Chic im Song des Tages 299

Die Geschichte einer misslungenen Silversterparty wurde zum Millionenhit

Chic – Le Freak

9. Dezember 1978, Chic klettern erneut auf Platz 1 der US-Charts

 

 

Am Silvesterabend 1977 waren Bernard Edwards und Nile Rodgers mit Grace Jones verabredet, die an diesem Abend im wohl angesagtesten Tanztempel der Welt, dem Studio 54, gastierte. Sie hatte die Songs ihrer Band Chic gehört und suchte die Zusammenarbeit mit den beiden Machern der Band. Ganz genau sollten sie das nächste Album von Grace Jones produzieren.

Obwohl ihre damals aktuelle Singe „Dance, Dance, Dance (Yowsah, Yowsah, Yowsah)“ jeden Abend mehrfach aufgelegt wurde, standen die beiden nicht auf der Gästeliste und hatten somit keine Chance, an den Türstehern vorbeizukommen. Da nutzte weder die Verabredung mit der Kult-Sängerin Grace Jones noch dass die beiden auf dem Weg waren, angesagte Produzenten zu werden. Auch Chic waren noch nicht bekannt genug, um einen Türsteher des Studio 54 zu überzeugen, eingelassen zu werden.

 

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=DwrBIX9b8eo

 

Weil sie sich für die Studio 54-Party verkleidet hatten, sahen die beiden keine Möglichkeit, in einen anderen Club zu gehen. Jeder würde sofort erkennen, dass sie bei der Verkleidung ins 54 nicht reingelassen wurden. Diese Blöße wollten sich die aufstrebenden Musiker, Autoren und Produzenten nicht geben und gingen ziemlich verärgert dahin, wo sie sich am wohlsten fühlen: In ihr Studio.

Dort angekommen ließen sie Frust und Ärger raus und widmeten den affigen Türstehern den Song „F…k Off“. Kaum hatten sie Luft abgelassen, war Bernard Edwards mit dem „F…k“ unzufrieden. So beschlossen die beiden es als „Freak Off“ aufzunehmen. „Aaaaah Freak Off“ gefiel den beiden Songschreibern bedeutend besser als die Grundidee und so wurde der Song zu „Le Freak“.

Um die Türsteher wenigstens noch ein wenig zu strafen, erwähnen der Bassist Bernard Edwards und der Gitarrist Nile Rodgers den Tanztempel in der letzten Strophe:

Like the days of Stomping at the Savoy
Now we “freak,” oh, what a joy
Just come on down to the 54
Find your spot out on the floor.

Und dann endete der Song zur Freude aller ebenfalls an den Türstehern gescheiterten Tanzwilligen wieder mit dem Refrain:

Ah, freak out!
Le freak, c’est chic
Freak out!
Ah, freak out!
Le freak, c’est chic
Freak out!

Obwohl die beiden Komponisten 1977 nicht in den Club durften, hatten sie kein Problem damit, dass der Song ein Jahr später einer der großen Hits auf dem Kult-Sampler „A Night At Studio 54“ wurde. Wahrscheinlich waren sie den Türstehern zwischenzeitlich sogar dankbar dafür, dass sie den beiden und ihrer Band Chic diesen Hit schenkten. Er stand allein in den Vereinigten Staaten sechs Wochen lang an der Spitze der Charts.

Da störte es auch nicht, dass die sechs Wochen zweimal unterbrochen wurden, denn zwischenzeitlich waren Neil Diamond & Barbra Streisand mit „You Don’t Bring Me Flowers“ und auch die Bee Gees mit „Too Much Heaven“ an der Spitze der Charts, aber Chic verdrängten beide anschließend wieder. Erst eroberte „Le Freak“ die Tanzflächen der USA und anschließend die Diskotheken überall in der Welt. „Le Freak“ wurde der größte Hit der Plattenfirma Atlantic Records aller Zeiten mit 13 Millionen Verkäufen weltweit.

 

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=tF80F79rywM

 

Auch das Album „C’est Chic“ wurde zu einem Millionenhit. In einem späteren Interview verriet Nile Rodgers ein Geheimnis zu seinem größten Hit: „Der Song ist eine Hommage an einen meiner Lieblingssongs meiner Jugend, an den ‘Peppermint Twist’ und zwar in der ziemlich wilden Fassung von Chubby Checker.“

Dieser Song, dann wohl aber in der Originalversion von Joey Dee oder auch in der von Caterina Valente wird bestimmt auch einmal ein „Song des Tages“.

 

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.