Karat im Song des Tages 125

Dieser Hit aus der DDR war einer der wenigen der auch in West-Deutschland in den Charts zu finden war

Karat – Über sieben Brücken must du gehn

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https://www.youtube.com/watch?v=JBb_A2GkD8M

30. April 1978, der Film “Über 7 Brücken musst du geh’n” lief im DDR-Fernsehen

5. Dezember 1942, der Geburtstag von Sänger Herbert Dreilich.

12. Dezember 2004, der Todestag von Herbert Dreilich.

12. Februar 1946, der Geburtstag von Henning Protzmann, von 1975 bis 1986 Basist und Manager der Band.

Irgendwann im Jahr 1975 hatte der in der DDR lebende Schriftsteller Helmut Richter die Idee zu einer unglücklichen Liebesgeschichte zwischen einem Polen und einer Deutschen. Die Geschichte endet damit, dass das deutsche Mädchen ihre Beziehung reflektiert und immer wieder die Verszeilen „Über sieben Brücken musst du gehn“ wiederholt, die ihren Kummer zum Ausdruck bringen sollen, aber auch gleichzeitig eine unbändige Zuversicht und Hoffnung ausstrahlen.

Das DDR-Fernsehen kaufte ein Jahr später die Rechte der Liebesgeschichte für einen Film, wobei der Schriftsteller gleichzeitig damit beauftragt wurde, ein Drehbuch zu verfassen. Als Regisseur wurde Hans Werner beauftragt, den Fernsehfilm zu realisieren. Für die Musik zum Film hatte der Regisseur auch bereits einen Komponisten im Visier: Ulrich Ed Swillms, den Keyboarder und Komponisten der meisten Titel seiner Band Karat.

Die Band war zu dieser Zeit bereits durch Hits wie „Schwanenkönig“ zu den etablierten Rockbands des Landes aufgestiegen und konnte sogar erste Erfolge beim Bruder im Westen aufweisen. Während der Produktion des Films wurde die oben genannte Zeile favorisiert, Name des Titelsongs und auch des Films zu werden. „Zwei Wochen lang habe ich auf diese Textzeile geschaut ohne dass sich irgendein Gedanke entwickelt“, erinnert sich der Komponist an die Entstehungsphase von „Über sieben Brücken musst du geh’n“, „und dann war er plötzlich da!“

Das wurde auch Zeit, denn er musste schnellstmöglich für den Film vertont werden. Vor Ort war kein Tonstudio. Also musste das Lied am kommenden Vormittag in einem alles andere als komfortablen Übertragungswagen eingespielt werden. Dieser Wagen konnte als „Europa-Studio-Grünau“ zwar einen großen Namen vorweisen, in der Praxis hatte er allerdings gerade Platz für ein Keyboard. Auch die Uhrzeit für die Aufnahmen entsprachen nicht unbedingt den Gewohnheiten eines Rockmusikers. Der Titelsong wurde morgens zwischen 8.00 und 10.00 Uhr aufgezeichnet.

Dennoch waren nach der Fertigstellung alle Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden. Am 30. April 1978 lief im Fernsehen der DDR der Fernsehfilm „Über sieben Brücken musst du geh’n“ und der gleichnamige Song feierte seine offizielle öffentliche Premiere.

Bereits am selben Abend erkundigten sich zahlreiche Anrufer, die nicht nur aus der Deutschen Demokratischen Republik, sondern auch aus der Bundesrepublik stammten. Alle wollten mehr über den Song erfahren, den sie gerade gehört hatten. Vor allem wann und wo sie den Karat-Titel erwerben könnten. Die Frage konnte allerdings zu diesem Zeitpunkt niemand beantworten.

Wenig später startete die Gruppe Karat beim Internationalen Schlagerfestival in Dresden mit „Über sieben Brücken musst du geh’n“ und gewannen den Song-Wettbewerb. Dadurch stieg die Popularität des Liedes noch weiter an. Nun endlich wurde eine Single bei der Amiga, der staatlichen Plattenfirma der DDR, gepresst. Die Single wurde ein Hit und ein Verkaufsschlager. Eine der erfolgreichsten Singles der Geschichte der DDR. Damit beginnt allerdings schon eine zweite Geschichte, die auch zur Version von Peter Maffay führen wird.

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https://www.youtube.com/watch?v=66smY7VOKs0

Es kommt der Tag, an dem wir euch auch diese Geschichte (Über sieben Brücken musst du geh’n, Teil 2) erzählen werden.

 

 

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