Bobby Goldsboro mit “Honey” in den Song-Geschichten 132

Zum 79. Geburtstag von Bobby Goldsboro erzählen wir die Geschichte seines größten Hits, den viele Kritiker als den schlechtesten Pop-Song aller Zeiten bezeichnen …

Bobby Goldsboro – Honey

18. Januar 1941, Bobby Goldsboro kommt in Marianna, Florida, USA, zur Welt.
6. April 1968, “Honey” steigt in die US-Charts ein.
7. Mai 1968, Bobby Goldsboro landet mit “Honey” den 200. Nummer 1

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https://www.youtube.com/watch?v=ycDjyYpel_A

“Honey” ist einer der traurigsten Popsongs aller Zeiten. Für viele Kritiker ist er auch der schlechteste Song aller Zeiten. Vor 51 stand der Song an der Spitze der US-Charts und eroberte anschließend die ganze Welt.

Am 7. Mai 1968 kletterte Bobby Goldsboro auf Platz 1 der Billboards Charts mit seinem Titel „Honey“. Damit wurde der Country-Song der 200. Spitzenreiter der offiziellen Pop-Charts.

Für viele junge Menschen der Vereinigten Staaten war es eine Katastrophe, dass eine derartige Schnulze diese Jubiläumsauszeichnung für sich beanspruchen durfte. Andere Bürger des Landes konnten es nicht fassen, dass eine solche Platzierung überhaupt zum Thema werden konnte, denn für sie gab es nur das eine Thema zu dieser Zeit: Die Ermordung von Dr. Martin Luther King. Dennoch ist selbst im Wikipedia Artikel über diesen Song zu lesen, dass der Zeitraum, in dem „Honey“ auf Platz 1 stand, damit endete, dass Robert Kennedy ermordet wurde.

Geblieben ist, dass für viele US-DJs „Honey“ und Musik-Kritiker als einer der schlechtesten Songs aller Zeiten gilt. CNN-Mitarbeiter rühmt sich im Jahr 2006 sogar mit der Aussage, dass „Honey“ der „schlechteste Song aller Zeiten“ ist.

Was war und ist das Besondere an dem Song, der nun seit über fünf Jahrzehnten immer wieder mit Häme überschüttet wird? Ganz sicher ist diese fast schon kitschige Stimmung, die „Honey“ prägt, sehr nah an den Gefühlen, die einen Menschen einnehmen, wenn es um den Verlust eines geliebten Menschen geht. Auch das Beispiel mit der kleinen Pflanze, die nun zu einem prächtigen Strauch herangewachsen ist und den Trauernden an die große Liebe erinnert, werden ganz sicher in der Realität täglich vorkommen.

Geschrieben hat „Honey“ Bobby Russel, der für sein Lied „Little Green Apples“ mit einem Grammy ausgezeichnet wurde und für Elvis Presley u.v.a. Stars der 60er Jahre komponierte. Auf die Idee zu „Honey“ kam er in einem stillen Augenblick in seinem Garten, als er sich seine Pflanzen anschaute und an einem Strauch hängen blieb, den er als kleinen Setzling vier Jahre zuvor gepflanzt hatte. Er war so groß geworden, dass ihm die Geschichte des Mannes einfiel, der gegen seinen Willen einen Strauch mit seiner Frau gepflanzt hatte. Nachdem sie verstorben ist bleibt sein Blick immer wieder an genau diesem Strauch hängen und erinnert ihn an die gemeinsame unvergessliche Zeit.

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https://www.youtube.com/watch?v=HBcDlq7oSUY

Als erstes nahm Bob Shane vom Kingston Trio “Honey” auf. Es war eine einfache Produktion, die kaum beachtet wurde. Auch der etablierte Sänger Bobby Goldsboro sollte „Honey“ für ein Album aufnehmen. Er spürte das Potential des Songs und machte mit seinem Produzenten eine Schnulze voller Geigen aus dem Lied. „Ich denke, Honey ist ein sehr emotionales Lied“, erklärte Bobby Goldsboro dem britischen Musikmagazin New Musical Express, „aber es ist auf keinen Fall ein krankes Lied oder gar ein Todeslied. Eigentlich erzählt der Song doch nur die Geschichte von einem Mann, der sich an kleine Dinge erinnert, die passiert sind, während seine Frau lebte. Für mich ist das überhaupt nicht krank!”

Es gibt auch eine Version von Peter Alexander, die er in dem Film “Die Lümmel von der ersten Band, Teil 2” gesungen hat.

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https://www.youtube.com/watch?v=e9Cy0NVZNvA

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Wenn Musik Gefühle berührt, eine Träne fließt, dann darf ein Lied gerne kitschig sein. Denn es kann dann trösten. Ein wenig Menschlichkeit sollten wir uns einfach erhalten und von niemandem verbieten lassen.

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