Elvis Presley im Song des Tages 232

Am 22. August 2011 stirbt Komponist Jerry Leiber im Alter von 78 Jahren.

 

Elvis Presley – Hound Dog

13. Mai 1933, Mike Stoller kommt in New York City zur Welt.
25. Juli 1956, Komponist Mike Stoller überlebt das Schiffsunglück auf der “Andrea Doria”.
19. August 1988, “Hound Dog” wird zum erfolgreichsten Hit aller Zeiten in den Musikboxen der USA gekürt.
22. August 2011, Komponist Jerry Leiber stirbt im Alter von 78 Jahren

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https://www.youtube.com/watch?v=MMmljYkdr-w

Im April 1956 war Elvis Presley für zwei Wochen im The New Frontiert Hotel in Las Vegas gebucht. Das Las Vegas von damals hatte nur wenig mit dem Las Vegas von heute zu tun. Die Casinos waren bereits vorhanden, aber noch in den Anfängen und die Shows waren noch bedeutend einfacher als das, was heute im Spielerparadies Abend für Abend geboten wird. Das was heute an Perfektion vorhanden ist, war damals noch das richtige Näschen, denn wer damals nach Vegas ging, konnte eine große Karriere machen. 1956 war Elvis Presley noch ein Anfänger, der allerdings ein riesiges Potential zu bieten hatte und einen Charme, dem nicht nur kleine Teenager, sondern auch erwachsene Frauen erlegen waren.

Nach dem eigenen Auftritt zog man damals noch durch die Stadt, um zu sehen, was die Konkurrenz macht. Besonders angesagt war damals eine Gruppe aus Texas, die sich Freddie Bell & The Bell Boys nannten. Sie spielten die Musik, die auch Elvis liebte Rock’n’Roll. Der spätere „King of Rock’n’Roll“ war begeistert von dem Texaner und einen Song wollte er auch unbedingt aufnehmen: „Hound Dog“.

Dass es sich bei dem Song bereits um eine Cover-Version handelte, erfuhr Elvis Presley, als sich sein Management um „Hound Dog“ bemühte. Denn die beiden Komponisten Jerry Leiber und Mike Stoller hatten diesen Song für die Blues-Sängerin Big Mama Thornton geschrieben, die den Song dann genau so umsetzte, wie ihn sich die Komponisten vorgestellt hatten. „Hound Dog“ war der erste kleine Hit, den das Songwriter-Team vorzuweisen hatte. Natürlich waren die Beiden begeistert, als der neue Shootingstar in den Vereinigten Staaten ihren Titel eher so aufnehmen wollten wie Freddy Bell und seine Band. Aber sie ließen Elvis machen wie er es sich vorstellte.

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„Hound Dog“ könnte in dieser Version auch Aufsehen in den Top 100 erzeugen, doch begeistert waren die beiden weder von den Textänderung, die dem Song Härte nahmen, dafür aber kommerzieller werden ließen. Mit dem Blues-Stil, den Big Mama Thornton gewählt hatte, hatte die Version von Elvis nur noch wenig zu tun. Dafür wurde sie ein Hit. Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Großbritannien stand „Hound Dog“ auf Platz 1 der Charts.

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“Die Version von Elvis war hektisch”, erklärte Jerry Leiber in “More Songwriters on Songwriting”, “sie hatte nicht mehr die Anspielungen, die Big Mamas Original-Version besonders macht.“ Mike Stoller ergänzte noch: „Die Aufnahme von Elvis war eine Kopie, die nie das Original erreicht hat.“ Das war die fachkundige Meinung der beiden Songschreiber, die mit der Realität nur wenig zu tun hatte, denn die weltweit stetig wachsende Fangemeinde der Rock’n’Roller fuhren voll auf „Hound Dog“ ab.

Wahrscheinlich haben die bei Songwriter einfach ein wenig dick aufgetragen als sie die Äußerungen getätigt hatten. Den Song hatten die Beiden auch nicht gerade aufwendig erarbeitet, sondern im Auto auf dem Weg zu Big Mama Thornton geschrieben. Dabei hatten sie der Sängerin einen Hit versprochen. „Wir hatten ‘Hound Dog’ tatsächlich 90 Prozent auf dem Weg im Auto geschrieben“, ließ Jerry Leiber die Welt in einem Interview wissen, „ich schlug einen Rhythmus, den wir ‘Buck Dance’ nannten, auf dem Dach des Autos. Wir kamen zu den Aufnahmen in das Haus von Johnny Otis. Dort ging Mike direkt ans Klavier und spielte im Stehen mit einer Kippe im Mund unseren gerade geschriebenen Song. In der Zeit brachte ich den Song zu Papier.“

„Dann kam Big Mama und schnappte sich das Papier aus meiner Hand“, erinnerte er sich an die erste Begegnung mit der Original-Interpretin, „,Das ist also mein großer Hit?’, wollte sie wissen. Darauf antwortete ich ihr nur ,Das hoffe ich doch!’. Ihr war anzusehen, dass sie enttäuscht war, dass wir keine farbigen Musiker waren, die den Blues in sich tragen, sondern Weiße!“

Die Original-Version wurde nun nicht der ganz große Hit, aber ein kleiner, der in den schwarzen Clubs gespielt wurde. Sie war auch in der einen oder anderen Musikbox zu finden, aber nicht annähernd so häufig wie die Version von Elvis Presley, die er genau so interpretierte wie er sich seine Zukunft vorstellte. Die Fans gaben ihm recht, die Radiostationen spielten „Hound Dog“ und vor allem in allen Musikboxen, die zu dieser Zeit immer noch das beste Medium waren, einen Hit zu verbreiten, wurde der Hit unzählige Male am Abend gespielt. Die Single verschwand auch nicht aus den Musikboxen, weil Elvis einen neuen Song aufgenommen hatte, sondern blieb zum Teil eine kleine Ewigkeit in der Jukebox.

Bei einer Umfrage nach den populärsten Jukebox-Hits aller Zeiten, wurde das Ergebnis genau heute vor 30 Jahren bekannt gegeben. Danach war „Hound Dog“ von Elvis Presley der meist gedrückte Song aller Zeiten in den Musikboxen des Landes. Dafür gab es keinen Pokal oder anderen Preis, dafür eine Bestätigung, dass Elvis Presley wirklich der King war.

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