Billy Joel im Song des Tages 241

Zum 70. Geburtstag von Billy Joel…

Billy Joel – River Of Dreams

9. Mai 1949, Billy Joel kommt im Stadtteil Bronx in New York City, USA, zur Welt.
28. August 2018, “River Of Dream” erobert Platz 1 der US-Alben-Charts.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=hSq4B_zHqPM

 

„Das Lied ist schön“, ruft die 8-jährige Emma vom Rücksitz des Autos, „darüber musst du schreiben. Das ist bestimmt bald ein Hit!“ „Das Lied ist dreimal so alt wie du“, antworte ich ihr während ich Emma im Rückspiegel fröhlich im Takt wippen sehe. Ihre Meinung verwirrt mich und im selben Augenblick stelle ich fest, dass es ganz normal ist, dass der kleine Fratz da hinten Billy Joel und seinen Hit „River Of Dreams“ gar nicht kennen kann. Der Song ist für sie neu, was schlicht daran liegt, dass er viel zu selten im Radio zu hören ist. Deshalb antworte ich artig: „Das ist eine gute Idee. Ich werde bald darüber schreiben, das verspreche ich dir.“

Als ich mir nun die US-amerikanischen Album-Charts aus dem Jahr 1993 ansehe und Billy Joel mit „River Of Dreams“ auf Platz 1 sehe, werde ich mein Versprechen einlösen. Was für ein kleines Mädchen nach einem Hit mit Zukunft klang, ist wirklich schon 25 Jahre alt. Dabei hat Emma bewiesen, dass der Song noch nichts von seiner Ausstrahlung eingebüßt hat.

Das Album veröffentlichte Billy Joel am 10. August 1993. Es ist sein 12. Studioalbum und das bis heute letzte Studioalbum des Künstlers, der für seine Fans der „Piano Man“ blieb. Während er die Songs zum Album schrieb musste er es verkraften, dass sein ehemaliger Manager und Ex-Schwager Frank einige Millionen Dollar durch sehr zweifelhafte Buchhaltungspraktiken unterschlagen hat. Deshalb waren die Texte dieses Albums auch nicht voller Optimismus wie man es bei den 11 Alben zuvor gewohnt war. Statt Vertrauen und lang anhaltende Liebe waren politische Themen wie die Chinesische Mauer zu hören. Was dem Erfolg allerdings keinen Abbruch tat.

 

Billy Joel - River of Dreams.jpg

 

Besonders erwähnenswert ist auch das Album-Cover, das die damalige Ehefrau von Billy Joel, Christie Brinkley gemalt hatte. Das Magazin „Rolling Stone“ kürte das Cover sogar am Jahresende zum „The Best Album Cover Of The Year“.

Jahre später wird Billy Joel auf den Titelsong des Albums in einer Show angesprochen. „Es ist normal, dass ich morgens mit Songideen, die ich in der Nacht geträumt habe, aufwache und diese Gedanken dann versuche in einen Song zu packen. Dabei führe ich regelrechte Kämpfe mit meinem Erinnerungsvermögen an gewisse Träume aus. An diesem Morgen war es anders, denn ich wachte direkt mit „River Of Dreams“ in meinem Kopf auf. Es war eher so, dass ich versuchte, von diesem Gospelsong wieder loszukommen. Als ich dann allerdings unter der Dusche stand, so langsam richtig wach wurde und mich dabei erwischte, wie ich den Song vor mich hin singe, wusste ich, den Song werde ich gleich schreiben.“

Weil der Song nun einmal im Traum entstanden ist und bereits beim Wachwerden fertig war bekam er auch einen passenden Titel „Rivers Of Dreams“ ist wie ein „Strom des Bewusstseins“ zu sehen. Für einen bekennenden Atheisten, der Billy Joel ist, sind die Bilder, die er in diesem Song beschreibt sehr spirituell, was beweist, das ein Atheist durchaus an etwas glaubt. Es hat nur keinen christlichen oder anderen religiösen Ursprung. Das macht den Song auch durchaus zu einem Song, mit dem man sich ein wenig näher beschäftigen kann, denn jedes der gezeichneten Bilder, bietet die Möglichkeit ausgiebig zu philosophieren. Ist das nicht schon ein Grund für einen Song des Tages.

Dazu kommt natürlich noch die Weisheit der kleinen Emma, die ich an dieser Stelle grüße. “Hoffentlich bist du mit der Geschichte zufrieden! Als deine Mama so alt war wie du heute, wurde dieses Lied jeden Tag im Radio gespielt. Deine Großmutter hat mir erzählt, als ich ihr berichtet habe, dass dir „River Of Dreams“ gefällt, dass sie mit deiner Mama nach dem Lied immer getanzt hat. Wenn du dir das Video anschaust, dann schau mal genau hin, wenn die vielen Menschen vor der kleinen Kapelle singen, tanzen und klatschen. Genau so haben es die beiden auch damals immer nachgemacht und mitgesungen. Am besten lässt du es dir beim nächsten Besuch bei deiner Oma, einmal genau von ihr zeigen, wie der Tanz genau geht. Ich bin mir sicher, sie kann ihn auch heute noch!”

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