“Rocketman” erhält Prädikat “besonders wertvoll”

Die Elton John Story begeistert!

Schon die ersten Bilder von ROCKETMAN (Start: 30. Mai) machen deutlich: Dieser Film ist so schillernd, so berauschend, so besonders wie die Figur, die er kongenial porträtiert. Regisseur Dexter Fletcher gelingt es in einer Mischung aus Musical und Biopic, die Musikikone Elton John mit all dem Glamour und dem Glitzern zu inszenieren, den man von seinen legendären Bühnenauftritten kennt, sich aber gleichzeitig auch dem Menschen hinter dem Starimage auf berührende Weise anzunähern. Und so geht der Film zurück in die Kindheit Elton Johns, der als Reginald Kenneth Dwight im Jahr 1947 in der Nähe Londons zur Welt kam. Die fünfköpfige Expertenrunde der FBW vergab einstimmig das höchste Prädikat “besonders wertvoll” und schreibt in ihrer Begründung: “Drehbuch und Regie des Films schufen eine Künstlerbiographie der besonderen Art: Alle privaten Szenen von der Jugendzeit an im Elternhaus, bei seinen ersten musikalischen Auftritten, der beginnenden und sich festigenden Freundschaft mit seinem Texter Bernie, den ersten Konzerten, der raketenhafte Aufstieg in LA, seine Höhepunkte und Abstürze – alle diese Szenen wurden in Musical-Form mit seinen Songs und einer brillanten Choreografie verbunden.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=9DmtX33GUSM

 

Dramaturgisch perfekt transportieren somit die Songs die Handlung entscheidend mit und halten den Spannungsbogen. Die Kamerabewegungen und die Lichtgestaltung sowie eine geniale Montage mit verblüffenden Übergängen gehören dabei zum Schönsten, was Film- und Musikliebhabern bisher geboten wurde. Die legendäre Bühnengarderobe und die schrillen Brillen, die Elton John auszeichneten, sind Teil der phantastischen, präzisen Ausstattung über verschiedene Zeitepochen hinweg. Die Besetzung des Films ist in allen Belangen großartig. Taron Egerton spielt nicht nur überragend intensiv und glaubhaft Elton John sondern legt mit seinen Performances in den Konzerten sowohl stimmlich wie auch tänzerisch eine begeisternde Leistung ab und wird mit dieser eigenständigen Leistung nie zu einer Kopie des Künstlers. ROCKETMAN ist ein Erlebnis, das zu begeistern und auch emotional zu bewegen vermag.”

 

Von einer Scheidung wider Willen erzählt Mehmet Akif Büyükatalay in seinem sehenswerten Abschlussfilm ORAY (Start: 30. Mai). Im Streit spricht die Titelfigur Oray die muslimische Scheidungsformel “Talaq” gegenüber seiner Frau Burcu aus – und von diesem Moment an ist nichts mehr so, wie es vorher war. Denn Oray ist sich nicht mehr sicher, ob er das Wort nur einmal oder gar dreimal ausgesprochen hat. Und wie ihm der Imam erklärt, bedeutet “Talaq” einfach nur eine dreimonatige Zwangspause in der Ehe, während der die Ehefrau tabu ist und man getrennt von ihr leben muss. Das dreimalige Aussprechen hingegen zieht die endgültige Scheidung nach sich. “Dank seiner präzisen Kameraarbeit und seiner pointierten, und dennoch ganz natürlich und alltäglich wirkenden Dialoge, seinem stimmigen Szenenbild, vor allem aber durch die exzellenten Darsteller – allen voran Zejhun Demirov in der Titelrolle – gelingt es dem Regisseur, ein Fenster zu öffnen in eine Welt, die man sonst nicht allzu oft im Kino oder im Fernsehen sieht ORAY ist ein sehenswerter, dichter, durch und durch glaubwürdiger Film, der aller Dramatik zum Trotz einen fast schon dokumentarischen Blick auf die Lebenswelt muslimischer junger Männer in Deutschland fernab jeder Klischeehaftigkeit wirft.” Die unabhängige FBW-Jury verleiht dem Film das Prädikat “besonders wertvoll”.

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