Edith Piaf mit “Milord” in den Song-Geschichten 157

Heute vor 61 Jahren nahm Edith Piaf “Milord” in New York auf.

Edith Piaf – “Milord”,

9. Mai 1959, Edith Piaf nimmt „Milord“ in den Capitol Recording Studios in New York (151 W 46th Street) mit dem Orchester Robert Chauvigny auf.
1. Juni 1961, “Milord” steht an der Spitze der deutschen Charts
19. Dezember 1915, Edith Piaf kommt Édith Giovanna Gassion in Paris, Frankreich, zur Welt.
31. Dezember 1960, Frankreichs Superstar feiert ein umjubeltes Comeback.

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Das ist nicht nur die Geschichte eines der größten Hits der französischen Sängerin, sondern auch der Ursprung eines der größten Ballermann-Hits. Vorübergehend gehört er zu vielen Kindergeburtstagen wie früher einmal Topfschlagen oder die Reise nach Jerusalem.

Sein Komponist, der damals erst 18-jährige George Moustaki hatte es für sein großes Idol geschrieben: Edith Piaf.

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Die wohl größte französische Sängerin aller Zeiten erlitt einige Wochen zuvor, ganz genau am 28. Mai 1958, einen Bühnenunfall in Stockholm. Dieser Unfall zwang sie, die Tournee durch Skandinavien abzubrechen. „Der Spatz von Paris“, wie sie von ihren Verehrern überall auf der Welt liebevoll genannt wurde, erholte sich relativ schnell, so dass sie zuversichtlich war die Konzertreise im Juli fortsetzen zu können.

Während ihrer Erholungsphase plante sie ein Treffen mit dem damals aufstrebenden Troubadour George Moustaki. Die beiden hatten eine kleine Affäre und die Chansonette wollte den jungen Musiker auf den ersten Schritten seiner Karriereleiter behilflich sein. So bat sie ihn, ihm ein paar Texte zu schreiben und lieferte ihm auch gleich die Ideen dazu. George Moustaki hörte sich die Geschichte einer Liebesaffäre, die an einem grauen Tag in London spielt, ganz genau an. Edith Piafs Vorstellungen müssen ihn total in den Bann gezogen haben: Die Atmosphäre entsprach den damaligen Vorstellungen über Wetter und Flair dieser Stadt. Obwohl es in den 60er Jahren ordentlich aufgepäppelt wurde, entspricht es auch noch den heutigen Vorstellungen von der britischen Hauptstadt.

Spontan griff der junge Mann nach einer Serviette und notierte darauf „Milord“. Dieses Wort, das nicht mehr als „mein Herr“ bedeutet war bereits zu diesem Zeitpunkt der Titel seines Songs für die große Piaf. Er war nach dem Treffen kaum allein, da textete er das Stück um „Milord“ von Anfang bis Ende durch. Seine Idee entsprach nicht zu hundert Prozent den Vorgaben seiner Auftaggeberin, aber Georg Moustaki war sich sicher, dass seine Idee, seine Geliebte begeistern wird. Der aus der britischen Oberschicht stammende „Milord“ wurde in seiner Fassung von der eigenen Frau verlassen und suchte nun Trost bei einem Hafenmädchen.

Das Mädchen tröstet den edlen Herren und bat doch nicht mehr zu weinen. Während sie ihn tröstete war sie sich der Tatsache bewusst, dass sie für ihn nicht mehr war als ein wörtlich übersetzt „Schatten auf der Straße“. Eine tolle Übersetzung für die vielen Frauen überall auf der Welt, die sich das Leid fremder Männer anhören und sie trösten, ohne allerdings irgendeine Bedeutung für sie zu haben.

Mit diesem Text eilte der Texter zur Komponistin Marguerite Monnot und hoffte, dass sie die passende Melodie zu seinen Worten finden würde. Sie fand nicht nur die passende Melodie, die, wenn man sie erst einmal im Ohr hat, keinerlei Anstalten mehr macht, dieses wieder zu verlassen. Ein Ohrwurm erster Güte, der am 28. Oktober seine Premiere bei einem Hauskonzert in der Wohnung der Piaf in Paris feierte. 60 Sekunden begleitete die Komponistin die Sängerin am Klavier und haute dabei so in die Tasten, dass das ganze Haus am Boulevard Lannes Nr. 67 im 16. Arrondissement von Paris vor Lebensfreude strahlte. Doch mehr als die genannte Minute bekamen die Anwesenden nicht zu hören,

Die gute Laune beim Singen oder auch Hören dieses Gassenhauers reichte allerdings nicht aus, dass sich die damals eingeschlichene Pechsträhne von Edith Piaf abwendete. Zwei Verkehrsunfälle und dazu ein Magendurchbruch und eine Diagnose auf Leberkrebs verzögerten eine Gastspielreise in die USA, wo sie ihren neuen Song auf englisch in der legendären Ed Sullivan-Show vorstellen sollte.

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Erst im April 1959 konnte sie die Reise endlich antreten und flog nach New York. Die Gage reichte, um die angesammelten medizinischen Kosten zu begleichen. Im Rahmen dieser Reise nimmt Edith Piaf am 9. Mai 1959 „Milord“ in den Capitol Recording Studios in New York (151 W 46th Street) mit dem Orchester Robert Chauvigny auf.

Der Hit sollte ihr noch viele weitere Einnahmen bescheren. „Milord“ wurde ein richtiger Welterfolg und am 1. Juni 1960 gelang Edith Piaf zum ersten und einzigen Male auch der Sprung auf Platz 1 der deutschen Charts.

Am 30. Dezember des Jahres warteten alle auf ihren Auftritt im Pariser Olympa. Endlich konnten auch ihre treusten Fans den Welthit aus der Feder von George Moustaki live im Pariser Olympia erleben. Das Comeback der Sängerin in ihrer Heimat war umjubelt und wenn auch erst am vorletzten Tag des Jahres, so doch das Konzert des Jahres 1960.

Seit einigen Jahren ist ist unser heutiger Song des Tages wieder in aller Munde. Diese ganz besondere Fröhlichkeit hatte sich über den Ballermann zum Karneval und von dort aus in fast alle Kinderzimmer geschlichen. „Das rote Pferd“ ist in der Version von Markus Becker und den Mallorca Cowboys ein wahres Volkslied geworden.

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