Exklusiv-Interview mit Alexander Klaws

Das Interview führte Christine “Kiki” Kröning

Die roten Sitze im Musical Dom zu Köln wurden nach knapp einem Jahr des Dornröschenschlafs endlich entstaubt. Eingeläutet wurde die neue Saison von Musicalstar und Sänger Alexander Klaws. Der 38-jährige gab mit Pop Meets Movie und Musicalhits einen Einstand nach Maß und pustete zusammen mit seiner Band & Chorsängerinnen sozusagen die Boxen frei.

Wir hatten die Gelegenheit uns vor der Show mit ihm unterhalten zu dürfen.

Alexander Klaws: “Es ist ein tolles Gefühl, endlich wieder spielen zu dürfen!”


: Lieber Alexander, Du läutest hier im Musical Dome in Köln nach rund 1 ½ Jahren Stillstand die Saison wieder ein. Was empfindest Du dabei? Wie geht es Dir damit, welche Erwartungen hast Du?

Alexander Klaws: Ja gefühlt sind es tatsächlich 10 Jahre. Erwartungen stelle ich jetzt erstmal ganz hinten an, denn was man gewohnt war, das ist aktuell nicht mehr so. Die Leute haben teilweise noch Bedenken, was ich auch verstehe. Wir haben zudem erst vor einer Woche quasi die Zusage bekommen, dass wir hier heute Abend spielen dürfen, sonst wäre dieses ja doch recht große Theater noch voller gewesen. Aber es ist ein so tolles Gefühl endlich wieder auch Indoor spielen zu dürfen und sei gewiss wir werden heute Abend alles geben.

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https://youtu.be/8y-6FLn43vc

: Dein Repertoire ist ja nun wirklich riesig, wie schwer fiel es Dir für den heutigen Abend eine Auswahl an Songs zu treffen?

Alexander Klaws: Es ist natürlich immer schwer und man darf nicht vergessen, dass es sich hier um ein Programm handelt, welches wir seit Jahren geplant haben. Es war ursprünglich geplant für eine Schiffsreise und wir sind jetzt ein bisschen eingesprungen dafür das dieses „Ein Broadwaytraum” nicht zustande gekommen ist. Somit ist dieses Set ein wenig mit der heißen Nadel gestrickt worden, denn dadurch, dass ich ja auch Corona bedingt nicht wirklich etwas Neues herausbringen konnte, war es zusätzlich schwer. Aber wir sind einfach froh endlich wieder vor Publikum auftreten zu dürfen und da ist es egal, ob vor 5, 4.000 Zuschauern oder vielleicht demnächst gerne wieder mehr.

Coronazeit bot Zeit für die Familie

: Wie hast Du die Corona bedingte freie Zeit genutzt?

Alexander Klaws: Klar hat man sich über vieles und jeden Gedanken gemacht. Genutzt habe ich sie als Familienpapa, denn ich bin wirklich pünktlich vorm Lockdown noch zum zweiten Mal Papa geworden. Normalerweise wäre ich ja unterwegs gewesen, von daher war das schon Gold wert.

Klar, ich habe darüber nachgedacht neue Songs zu schreiben, ein Album an den Start zu bringen, all das wäre nicht möglich gewesen in dem Masse, wenn ich zum Beispiel auch noch Winnetou gespielt hätte. Aber trotzdem war all das, was man gemacht hat doch eine sehr ohnmächtige und taube Zeit.

Wenn Du das, was Dir am Herzen liegt, in meinem Falle ist es die Liebe zur Bühne, einfach nicht machen darfst, da nicht erlaubt, das war einfach sehr hart. Der Weg ist das Ziel wie willst Du da hinkommen, wenn Du nicht darfst. Ich vergleiche das immer mit einem Handy. Das liegt auf dem Tisch, von Tag zu Tag wird der Akku immer weniger, das Kabel liegt daneben, auch die Steckdose, aber keiner schließt es an, das war einfach alles völlig absurd.

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https://youtu.be/xK5LuFNGubQ

Kannst Du dieser Zeit trotz allem auch etwas Positives abgewinnen?

Alexander Klaws: Ich habe ja Tarzan gespielt und da gibt es immer einen Satz, der das, denke ich, sehr gut beschreibt. „Nach jedem Ende kommt ein neuer Anfang” und das ist auch wirklich so, denn am Ende hat alles Schlechte auch wieder was Gutes. Für den heutigen Abend denke ich wirklich, dass alle sich nach diesen Momenten sehnen, auch wenn der Saal vielleicht noch nicht aus allen Nähten platzen wird, ich bin dankbar für jeden, der kommt. Ich denke auch, dass sich alle dessen wieder bewusster werden, endlich ins Theater gehen zu dürfen, etwas was immer selbstverständlich war, welchen Stellenwert die Kulturbranche in der Gesellschaft hat, sich wieder in die Arme nehmen zu dürfen, ich kann nur sagen: Genießt es.

Wir haben es genossen. In vollen Zügen, es ist zu schön, dass das Leben wieder an Normalität gewinnt.

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