Windows – „How Do You Do?“

Als Peter Petrel plötzlich ein Popstar wurde

Manchmal braucht es im Leben eines Sängers nur ein einziges Lied, und plötzlich kennt ihn ein ganzes Land.

Bei Peter Petrel war es 1972 so weit. Der Sänger, der bis dahin vor allem in der Jazz- und Skiffle-Szene zu Hause gewesen war, landete mit einem Lied einen riesigen Pop-Hit. Der Titel hieß „How Do You Do?“, und Peter Petrel sang ihn gemeinsam mit Jeannie McKinley unter dem Namen Windows.

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https://youtu.be/TcCxC_-ABFs?si=Jzq0jTHunMksTlj9

Damit begann ein Kapitel in seiner Karriere, das kaum jemand vorher hätte voraussagen können.

Denn Peter Petrel war eigentlich kein typischer Schlagersänger. Sein musikalischer Weg hatte bereits 1958 begonnen. Er trat als Skiffle- und Jazzsänger auf, sang in Jazzclubs und bei Festivals und wurde 1968 sogar mit dem „Goldenen Mikrophon“ als bester Jazzsänger ausgezeichnet.

Dann kam der Anfang der 1970er Jahre – und plötzlich war eine ganz andere Musik gefragt.

Ein Lied aus Holland

„How Do You Do?“ stammte ursprünglich von dem niederländischen Duo Mouth & MacNeal. Willem Duyn und Maggie MacNeal hatten den Titel 1971 aufgenommen. Das Lied wurde in Europa zu einem großen Erfolg und erreichte auch in Deutschland die Hitparade.

Die deutsche Plattenindustrie wollte natürlich nicht einfach zuschauen, wie ein niederländischer Titel die deutschen Plattenläden und Musikboxen eroberte.

Für die deutsche Version wurden Peter Petrel und die aus England stammende Jeannie McKinley zusammengebracht. Die beiden waren zunächst alles andere als ein etabliertes Duo. Doch ihre Stimmen passten erstaunlich gut zusammen.

Petrels rauchige, kräftige Stimme erinnerte dabei durchaus an Willem Duyn, während Jeannie McKinley den helleren Gegenpol bildete.

Und dann ging plötzlich alles sehr schnell.

Die beiden nahmen nicht nur eine deutsche Fassung auf. Es entstand auch eine englische Version. Nach einer Darstellung der damaligen Vorgänge wurden beide Aufnahmen praktisch auf die Schnelle produziert, weil die Plattenfirmen möglichst schnell mit ihren Versionen auf dem Markt sein wollten.

Es entwickelte sich geradezu ein kleines Wettrennen.

Radio, Musikboxen und Schallplattenläden waren die entscheidenden Schlachtfelder des Jahres 1972. Jeder wollte erreichen, dass seine Version möglichst schnell gespielt wurde.

Und ausgerechnet Peter Petrel, der bisher hauptsächlich in der Jazzwelt unterwegs gewesen war, saß plötzlich mitten in diesem Popgeschäft.

Acht Wochen ganz oben

Am 21. Februar 1972 tauchte „How Do You Do?“ von den Windows erstmals in der deutschen Hitparade auf. Wenig später war klar: Dieses Lied war nicht einfach nur ein kleiner Erfolg.

Es wurde ein Nummer-eins-Hit.

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https://youtu.be/QqibHGBfYbg?si=P4oTKA68AUG0rvwN

Die Windows standen insgesamt 23 Wochen in den deutschen Charts und hielten sich acht Wochen auf Platz 1.

Auch in der ZDF-Hitparade gehörte das Lied zu den großen Publikumserfolgen des Jahres. Peter Petrel und Jeannie McKinley waren damit endgültig in einer Welt angekommen, die mit den Jazzclubs ihrer Anfangsjahre nur noch wenig gemeinsam hatte.

Das Interessante daran: Auch die Originalinterpreten Mouth & MacNeal waren mit „How Do You Do?“ in Deutschland erfolgreich. Ihre englische Fassung kam bis auf Platz 5.

So konnte man 1972 zwei Versionen desselben Liedes in der deutschen Hitparade erleben.

Das war schon ungewöhnlich genug.

Noch ungewöhnlicher war allerdings, dass die Windows mit ihrer Version erfolgreicher waren als die Niederländer, von denen das Lied ursprünglich stammte.

Peter Petrel und Jeannie McKinley

Für Jeannie McKinley sollte „How Do You Do?“ der große Hit ihrer Karriere bleiben. Peter Petrel dagegen hatte noch sehr viel vor.

Die Windows veröffentlichten später weitere Singles, darunter „Tell Me Baby“, „Alright, Okay, I Love You“ und „Hast du keine anderen Sorgen?“. An den gigantischen Erfolg von „How Do You Do?“ konnten sie allerdings nicht mehr anknüpfen.

Peter Petrel war ohnehin viel zu vielseitig, um sich auf eine einzige musikalische Schublade festlegen zu lassen.

Der Mann, der 1972 als Popstar in den deutschen Hitparaden stand, kehrte bald wieder stärker zu seinen anderen musikalischen Leidenschaften zurück.

Und schon wenige Jahre später sollte ein völlig anderes Kapitel beginnen.

Peter Petrel wurde Teil der Hamburger Musikszene und schloss sich der Rentnerband an. Dort trafen ganz unterschiedliche Musikerpersönlichkeiten aufeinander. Mit „Hamburger Deern“ entstand 1974 ein weiterer bekannter Petrel-Titel – diesmal allerdings in einer ganz anderen musikalischen Umgebung.

Später wurde Peter Petrel auch als Solist bekannt.

Und dann zeigte er eine weitere Seite seiner Persönlichkeit: seinen Humor.

Titel wie „Ich bin viel zu bescheiden“ oder „Kalle mit der Kelle“ waren ganz weit entfernt von dem Peter Petrel, der einst als Jazzsänger begonnen hatte.

Aber genau darin lag vielleicht seine besondere Stärke.

Er konnte vieles.

Jazz. Swing. Dixieland. Schlager. Stimmungsmusik.

Und immer blieb diese unverwechselbare Stimme.

Ein ungewöhnlicher Weg

Wenn man heute „How Do You Do?“ hört, denkt man zunächst an den fröhlichen Pop-Hit des Jahres 1972.

Doch für die Geschichte von Peter Petrel ist dieses Lied mehr als nur ein Nummer-eins-Hit.

Es war der Moment, in dem ein vielseitiger Musiker aus der Hamburger Jazzszene plötzlich einem Millionenpublikum bekannt wurde.

Und vielleicht passt gerade das sehr gut zu Peter Petrel.

Er war nie nur das, was man gerade von ihm hören wollte.

Er war Jazzsänger, Schlagersänger, Popinterpret, Mitglied der Rentnerband und später Entertainer mit einem ausgesprochenen Sinn für Humor. Sein Repertoire reichte von Jazz und Dixieland über Swing und Blues bis hin zu Pop und Schlager.

„How Do You Do?“ war der große Popmoment.

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https://youtu.be/B9ZCUaCc4SE?si=E17QGqjClGGNrMJZ

Aber Peter Petrel war danach noch lange nicht fertig.

Im Gegenteil.

Seine eigentliche Geschichte hatte gerade erst begonnen.

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