Peter Petrel – Ich bin kein Mann für eine Nacht

Ein Song von Frank Zander und Gunter Gabriel

Es gibt Schlager, bei denen der Titel bereits ein kleines Versprechen enthält. „Ich bin kein Mann für eine Nacht“ gehört dazu. Autoren für diesen Schlager waren Frank Zander und Gunter Gabriel, die genau wussten, wie sie ihren Freund ins rechte Licht stellen konnten. Schon die Ansage klingt so selbstbewusst, dass man unweigerlich schmunzeln muss. Und wenn Peter Petrel sie singt, weiß man endgültig: Hier nimmt jemand seinen Schlager ernst – aber sich selbst nicht allzu sehr.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/jjTSRtxwpZo?si=TBYIn5HwiO6BqTLc

Genau das war eine seiner großen Stärken.

Peter Petrel konnte einen Schlager präsentieren, ohne darin den großen Helden spielen zu müssen. Er hatte dieses verschmitzte Auftreten, diese Stimme mit Charakter und vor allem ein Gespür dafür, wie man aus einem Lied eine kleine Szene macht. Bei ihm wurde aus einer Behauptung eine charmante Einladung zum Mitmachen: Glaubt man ihm das nun oder nicht?

Das Publikum durfte selbst entscheiden.

Der Mann hinter dem Schlager

Als Peter Petrel mit seinen Solotiteln erfolgreich war, hatte er schon eine bemerkenswerte musikalische Geschichte hinter sich.

Er war kein Sänger, der erst für den Schlager entdeckt worden war. Seine Wurzeln lagen in Hamburg, in der Jazz- und Skiffle-Szene und in einer Zeit, in der Musiker noch viele musikalische Grenzen ganz selbstverständlich überschritten.

1972 wurde er mit Windows und „How Do You Do?“ einem Millionenpublikum bekannt. Gemeinsam mit Jeannie McKinley landete er einen Nummer-eins-Hit. Danach folgte die Rentnerband, die aus der Hamburger Szene heraus entstand und mit „Hamburger Deern“ einen Titel schuf, der bis heute eng mit dem Lebensgefühl des damaligen Hamburg verbunden ist.

Und dann gab es eben den Solisten Peter Petrel.

Der konnte plötzlich einen ganz anderen Ton anschlagen.

„Ich bin viel zu bescheiden“ war dafür ein wunderbares Beispiel. Mit dem Lied zeigte Petrel, wie gut ihm die Selbstironie stand. Der Sänger spielte mit dem eigenen Image und machte aus einer vermeintlich großen Selbstdarstellung eine humorvolle Nummer.

„Ich bin kein Mann für eine Nacht“ schlägt in eine ähnliche Richtung.

Nur geht es diesmal um die Liebe.

Ein bisschen Flirt gehört dazu

Der Titel behauptet zunächst einmal etwas sehr Eindeutiges: Dieser Mann ist nicht an einer kurzen Bekanntschaft interessiert. Er will mehr. Das klingt nach einem klassischen Schlager-Motiv – und Peter Petrel macht daraus keine pathetische Liebeserklärung.

Dafür war seine Art auch viel zu locker.

Er singt den Titel mit jener Mischung aus Selbstbewusstsein und Augenzwinkern, die ihm so gut stand. Man kann den charmanten Herren durchaus ernst nehmen. Man kann aber genauso gut vermuten, dass er selbst gerade ein wenig Spaß an der großen Behauptung hat.

Und genau darin liegt der Reiz.

Peter Petrel musste nicht den makellosen Schlagerprinzen geben. Er durfte der Musiker bleiben, den man aus Hamburg kannte: ein Mann mit Ecken und Kanten, mit Humor und einer gehörigen Portion Lebenserfahrung.

Das machte seine Schlager glaubwürdig.

Nicht unbedingt im wörtlichen Sinn – schließlich muss man einen solchen Titel nicht als Lebenslauf betrachten. Aber man glaubte dem Sänger, dass er hinter dem Lied stand und wusste, wie man es seinem Publikum verkauft.

Ein gern gesehener Gast

Das Fernsehen war für Peter Petrel deshalb eine ideale Bühne.

Gerade in der Zeit der großen Unterhaltungssendungen gehörte mehr dazu, als einen Titel korrekt zu singen. Ein Künstler musste innerhalb weniger Minuten eine Persönlichkeit entwickeln. Man musste ihn erkennen, bevor überhaupt der Refrain begann.

Peter Petrel konnte das.

Er hatte eine unverwechselbare Erscheinung und eine Art, seine Lieder zu präsentieren, die zwischen Schlager, Unterhaltung und einem guten Schuss Hamburger Schnoddrigkeit lag.

Auch in der ZDF-Hitparade war er mit seinen Titeln präsent. Dort passte er hervorragend zwischen die unterschiedlichsten Künstler und Stilrichtungen jener Jahre. Er war Schlagerinterpret, aber eben keiner, der ausschließlich in der Welt des Schlagers zu Hause war.

Vielleicht machte gerade das seinen besonderen Reiz aus.

Kein Mann für eine Nacht – aber einer für viele Geschichten

Wenn man Peter Petrels Karriere betrachtet, wirkt dieser Titel im Nachhinein fast wie eine kleine Zusammenfassung seiner Vielseitigkeit.

Denn dieser Mann war tatsächlich nicht nur für eine Nacht da.

Er war der Sänger von Windows, der mit „How Do You Do?“ ganz oben in den deutschen Charts stand. Er war Teil der Rentnerband und damit einer der Musiker jener besonderen Hamburger Szene. Er war der Mann hinter „Hamburger Deern“. Und er war der Solist, der mit seinen humorvollen Schlagern ein großes Fernsehpublikum erreichte.

Viele Künstler hätten aus einer solchen Karriere einen großen Auftritt gemacht.

Peter Petrel konnte dagegen so tun, als sei das alles ganz selbstverständlich.

Vielleicht passt deshalb „Ich bin kein Mann für eine Nacht“ so gut zu ihm. Nicht weil man den Titel als ernsthafte Selbstaussage verstehen müsste, sondern weil Peter Petrel genau das konnte, was ein guter Unterhaltungskünstler können sollte:

Er konnte eine Geschichte erzählen, dabei mit dem Publikum flirten und sich selbst ein wenig auf die Schippe nehmen.

Und wenn am Ende jemand mit einem Lächeln nach Hause ging, hatte er seinen Job erledigt.

Mehr musste es manchmal gar nicht sein.

Und bei Peter Petrel war das ziemlich viel.

Auf dieser Website werden Cookies für eine bessere Nutzerfreundlichkeit, Zugriffsanalyse und Anzeigenmessung verwendet (z.B. Google-Dienste, VG-Wort). Weitere Informationen zur Verwendung von Cookies durch uns finden Sie in unserem Datenschutz. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.