Reportage

Mia Ohlsen: Vorsätze für das Neue Jahr

Interview mit Mia Olsen

Das Jahr war noch nicht einmal angefangen, als wir das Interview geführt haben. Aber die Pläne und Vorsätze, die sich die junge Sängerin für 2018 gesetzt hat, versprechen viel…

Mia Ohlsen haben wir auf der Benefiz-Gala von Semino Rossi und dem DRK kennengelernt. Sie war eine der vielen Künstlerinnen, die für die Obdachlosen und Bedürftigen gesorgt hat, zum einen beim Servieren und Abdecken, zum anderen mit einem Bühnenauftritt und vor allem mit einer ausgesprochenen Freundlichkeit und Zuvorkommenheit gegenüber allen Gästen.

Aufgefallen ist sie vor allen Dingen, weil es technische Probleme bei ihrem Auftritt gab und man ihre Gitarre kaum hören konnte, sie diese Panne aber mit einem Lächeln wegfegte und die Gäste zum Mitsingen und –tanzen motivierte.

Auf ihrer Homepage stellt sich die junge Sängerin, die aus einem kleinen Ort in der Nähe Bremens stammt und zur Zeit noch in Kiel studiert, als nordisch, frisch und vielseitig vor…

Nordisch, frisch und vielseitig. Vielseitig bedeutet genau?

Mia: Die Musik die ich mache ist sehr vielseitig. Zum einen bin ich mit meiner Band unterwegs, dann wieder solo mit Gitarre. Ich mache platt- und norddeutsche Musik, Country, lustige Lieder zum Zuhören und Schmunzeln und auch Schlager. Neben den deutschen mache ich auch Sachen auf Englisch und Dänisch. Ich habe Skandinavistik mit dänisch als Hauptsprache studiert und da habe ich mir gedacht, dass ich das Studium durch dänische Titel prima mit der Musik verbinden kann.

Bist du noch auf der Suche nach der Musik, die zu dir passt, oder darfst du dich evtl. gar nicht auf eine Sache konzentrieren.

Mia: Ich habe schon das gefunden, was ich möchte, auch wenn ich damit nicht komplett auf ein Genre festzulegen bin. Bei meinen Auftritten habe ich für jeden etwas dabei und ich selbst mag all diese Musik mit ihren unterschiedlichen Facetten. Wenn ich nur Schlager singen würde, wäre mir das einfach zu wenig Abwechslung.

Die Titel von dir, die bereits auf CD zu kaufen sind, sind doch kein typischer Schlager.

Mia: Meinen ersten Titel „Eine Frau wie ich“, mit dem ich auch eine ganze Zeit beim NDR in der Hitparade war, meine ich da auch nicht. Mit diesem Titel verbinde ich Lebensfreude und Freiheit, zu der passt, dass ich Gitarre spiele und dadurch unabhängig bin.

Heute versteht man doch eher unter Schlager: Du hast mein Herz gebrochen, ich hab dein Herz gebrochen. Ich meine eher diesen typischen Herzschmerz-Schlager. Das ist nicht meins.

Oder auch „Hoch die Tassen“ – Ballermann…

Mia: Ich glaube, da passe ich nun überhaupt nicht hin!

Ich habe dich auch schon auf einem Stadtfest singen gehört. Du verbreitest Live eine ansteckende Fröhlichkeit. Als du vor ein paar Tagen bei der von Semino Rossi ins Leben gerufenen Gala aufgetreten bist, war deine Gitarre zu leise. Es schien auch auf die Schnelle nicht reparabel. Das hat dich nicht aus der Fassung gebracht und du hast schnell einen Kontakt zum Publikum gefunden…

Mia: Es war zwar sehr schade, aber auch eine Herausforderung, an der ich nur wachsen kann. Man muss immer das Beste draus machen und spontan sein.

Da kommt dir deine Frohnatur zu Gute. Du bist doch eine?

Mia: Oh ja, ganz ganz doll. Das bin ich auf jeden Fall und ich denke, das kommt auch beim Publikum an.

Immer schon?

Mia: Immer schon. Auf der Bühne bin ich nicht anders als mit privat. Die Zuschauer merken, dass ich Spaß mit ihnen habe und meistens haben sie ihn auch mit mir. Ein Lächeln hilft immer!

Wenn dann eine technische Panne – wie vor ein paar Tagen – passiert, dann freue ich mich trotzdem, auf der Bühne zu stehen. Es kann immer mal was schiefgehen. Zum Beispiel habe ich mich bei einem Auftritt mal furchtbar verspielt. Der Veranstalter kam hinterher zu mir und sagte: „Mensch Mia, bei jedem anderen hätte ich gesagt, das war jetzt aber ungünstig. Aber bei dir war der Fehler einfach nur authentisch.“ Ich habe mit ihm über meinen Patzer gelacht, weitergemacht und durfte sogar wiederkommen. Fertig!

Du warst und bist bestimmt eine gesuchte Freundin? Eine von „Immer gern genommen“. Zickenterror ist dir bestimmt fremd!

Mia: Das ist er. Ich brauche es harmonisch und miteinander, kein Gegeneinander.

Ich habe vor einiger Zeit mal mit Musical angefangen. Dort wurden auch öfter mal die Ellbogen ausgefahren wenn es hieß, wer bekommt diese Rolle? Wer die andere Hauptrolle? Darauf kann ich gar nicht. Ich hatte ursprünglich sogar daran gedacht, Musical zu studieren, aber das war einer der Gründe, die mich dann doch davon abgehalten haben.

Dafür hast du viele Freundinnen…

Mia: Nicht nur viele Freundinnen, auch viele tolle Freunde, die mich jederzeit unterstützen und denen ich von Herzen dankbar dafür bin!

Man muss schon ein wenig breite Schultern zeigen in der Branche. Der Kuchen, der verteilt wird, ist nicht unendlich. Auch im Radio hat der Tag nur 24 Stunden…

Mia: Das ist wahr! Solange meine erste Single „Eine Frau wie ich“ in der Hitparade stand, wurde sie auch so im Programm gespielt. Als sie dann nach sieben Wochen ausgeschieden ist, wurde es merklich weniger. Da wurde dann wieder auf die Etablierten gesetzt.

Da muss man wohl auch zu einer Art Marke kommen. Im Norden ist es bestimmt möglich, mit Songs auf Platt im Radio gespielt zu werden, weil es etwas Besonderes ist…

Mia: Ich bin mir bewusst, dass ich als Newcomer wenig im Radio gespielt werde. Mir kommen in erster Linie Live-Auftritte zu Gute, da kann ich mit meiner natürlichen Art schon den Zuschauer für mich einnehmen und viele freuen sich, plattdeutsche Titel zu hören. Mit der Band haben wir zum Beispiel gerade „Hulapalu“ von Andreas Gabalier op Platt übersetzt.

Live bist du also sehr gefragt!?

Mia: Die Leute werden auf den Konzerten auf mich und meine Musik aufmerksam und fragen, wann ich wiederkomme. Im Idealfall zieht ein Auftritt mehrere nach sich. Für mich ist es ein Glück, dass ich durch diese Mund zu Mund- oder Auftritt zu Auftritt-Propaganda zu immer neuen Auftritten komme, denn ich studiere noch nebenbei. Der Fokus lag bis jetzt auf dem Studium, weshalb ich bisher wenig Zeit hatte, großartig Werbung für mich und meine Musik zu machen.

Mit dem Abschluss meines Studiums werde ich für drei Monate nach Australien gehen. Nach meiner Rückkehr soll es dann richtig losgehen.

Dann kannst du uns jetzt also schon einiges über deine Zukunft verraten?

Mia: Es sind viele Dinge in Planung und im nächsten Jahr soll es ein Album geben. Mehr wird aber noch nicht verraten!

Aber wenigstens eine deiner Ideen kannst du doch bestimmt schon verraten!

Mia: Eine Idee an der ich gerne arbeiten würde, sind Country-Titel auf Platt. Das passt sowohl zur Gitarre als auch zum Norden und würde mir sehr gut gefallen.

Da gibt es nur eine Idee oder hast du so etwas schon gemacht?

Mia: Speziell Country jetzt noch nicht, aber mit meiner „Mia Ohlsen Band“ haben wir ein paar bekannten plattdeutschen Liedern bereits ein neues Gewand gegeben. So haben wir zum Beispiel aus „An de Eck steiht en Jung mit’m Tüdelband“ eine Rock’n’Roll Nummer gemacht. Das kommt gut an, die Leute tanzen danach und singen sofort mit, schließlich haben viele das Lied einmal in der Schule gelernt.

In deiner Band heißen alle Ohlsen. Seid ihr wirklich alle miteinander verwandt, eine Art norddeutsche Kelly Family?

Mia: Nein, das ist durch einen lustigen Zufall entstanden. Vor einiger Zeit haben wir mit der Band eine Homepage erstellt. Das hat unser Bassist übernommen und in einem ersten Entwurf – als Gag- an die Vornamen der Bandmitglieder meinen Nachnamen gefügt. So standen neben Mia Ohlsen auch Howie, Tommy und Joey Ohlsen. Genau an diesem Tag muss ein Zeitungsredakteur auf unserer Seite geschaut haben, denn schon stand einen Tag später etwas über Mia, Howie, Tommy und Joey Ohlsen in der Zeitung. Dann ist es einfach dabei geblieben.

Dann seid ihr doch sogar die Ohlsen Bande!

Mia: Die ist leider schon geschützt. Das hätten wir auch gut gefunden!

Was macht die Mia Ohlsen Band besonders?

Mia: … dass wir nur handgemachte Livemusik mit unseren Instrumenten spielen, und dass wir als Band eine Einheit bilden. Ich selbst stehe neben dem Gesang mit der Gitarre auf der Bühne, Howie auch, Tommy spielt Bass und Joey sitzt am Schlagzeug. Bei uns gibt es keine Midifiles, die fehlende Instrumente ersetzen. Wer vor der Bühne steht, bekommt genau das zu hören, was auf der Bühne passiert.

Du bist mit deinem Studium so gut wie fertig. Anfang des Jahres setzt du dich in den Flieger und es geht ab nach Australien. Wenn du zurückkommst, dann…

Mia: … will ich mich ganz der Musik widmen. Es wurde schon in den vergangenen Jahren immer mehr, doch da musste ich mich nebenbei noch um mein Studium kümmern. Nun habe ich es erfolgreich abgeschlossen und wenn ich es jetzt nicht versuche, wann dann?

Mia setzt ihr ansteckendes Lächeln auf und schließt unser kleines Interview mit einem überzeugten „So!“.

Ich bin mir ganz sicher, dass wir 2018 noch einiges von Mia Ohlsen hören werden. Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf ein Wiedersehen!

 

Fotos: (C) Studioline Photography (Kiel), (C) Mia Ohlsen Band

Click to comment

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

am beliebtesten

To Top