Nicole: „50 ist das neue 25“

Auf ihrem neuen Studioalbum gelingt es Nicole, die Reife einer Popschlager-Ikone mit der Energie und der Leidenschaftlichkeit einer Newcomerin zu vereinen: Das Album „50 ist das neue 25“ erscheint am 11. Oktober 2019.

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https://www.youtube.com/watch?v=QOGK9JUP2qE

Nachdem sie mit dem gleichnamigen, extrem ausgelassen-tanzbaren Singlevorboten schon mal ihr gefühltes Alter und den dazugehörigen Sound vorweggeschickt hatte, steht Nicole nun mit einem der facettenreichsten Alben ihrer Karriere in den Startlöchern: „50 ist das neue 25“ heißt das neueste Statement der Sängerin, die im Verlauf des Longplayers tatsächlich mehr Mut und Leidenschaft, mehr frischen Wind und Abwechslung ins Spiel bringt als die meisten 25-Jährigen! Das neue Studioalbum, das Nicole mit etlichen Hochkarätern (u.a. Jens Carstens/Heinz Rudolf Kunze, Lichtmond) geschrieben und aufgenommen hat, überrascht mit einer angenehmen Vielseitigkeit.

Einer von gleich sieben neuen Songs, die aus der Feder von Jens Carstens und Albumgast Heinz Rudolf Kunze stammen, lautet der Rat des „reifen Mädels“ über der gradlinig-knackigen PopProduktion der Titelsingle schlicht: „Befreit euch von dem lächerlichen Jugendwahn: Seid wie ihr seid, und macht daraus das Beste!“ Dass sie sich selbst dran hält, und um ihren Punkt zu unterstreichen auch auf Soul- und Funk-Elemente setzt, macht die Sache nur noch eindringlicher und tanzbarer…

Auf dieses passend vertonte Titel-Statement folgt der Song „Alle Menschen sind besonders“: Eine Ballade, minimalistisch arrangiert, eine poetische Liebesbekundung von einer Ausnahmesängerin, – „treu wie eine Auster/die ein Sandkorn in sich hält“. Wie viel Tiefsinn in ihren zwischen Pop, Schlager und Chanson oszillierenden Songs liegt, belegt auch das Stück „Sag nicht alles“, ebenfalls aus der Feder von Carstens/Kunze: „Ein Schweigen kann auch Rücksicht sein“, singt sie, und man spürt förmlich die Lebenserfahrung, die in diesen Zeilen mitschwingt: „Jedoch es gibt Momente/da bietet es sich an/dass man auch still sein kann.“ Unaufgeregt und nuanciert schmiegt sich das Arrangement an ihre inspirierenden Zeilen, auf die sie sogar wortlosen Gesang folgen lässt – Nicoles Art zu schweigen, ohne die Melodie dabei aus den Augen zu verlieren.

Mal ruhig und episch, gespickt mit Akustikklängen („Bis ans Ende dieser Welt“), dann exotisch und mit Geschichten aus einer anderen Welt („Der Maharadscha“), präsentiert sie immer wieder Texte aus eigener Feder (z.B. „Ich lieb dich immer noch“) oder liefert, natürlich frei von „Haaren auf den Zähnen/erst recht nicht auf den Beinen“, kurzerhand das weibliche Pendant zu Grönemeyers „Männer“, wenn sie mit Klischees und Stereotypen abrechnet: „Zum Glück weiß jeder ganz genau, was das so ist: eine richtige Frau“! Auch „Goodbye Hollywood“, geschrieben von Lichtmond und Nicole, ist eine als epischer Filmsoundtrack verpackte Abrechnung mit der Engelsstadt, „Stadt der Eitelkeit, der Überdimension, der Unverbindlichkeit“. Mal ehrlich: „Wer braucht das schon?“

Ein persönlicher, temporeicher „Carpe Diem“-Reminder an den Liebsten, dessen Herz einfach zu sehr an der Arbeit hängt, ist der Song „Mein lieber Mann“ – „vergiss nicht, dass du nur ein Leben hast“. Und nachdem sie auf die Frage „Können wir nicht Fremde bleiben“ für das betörende „Heute ist das Leben mein Freund“ auch noch einmal mit Motown-Elementen flirtet, präsentiert Nicole ihre ganze Stimmgewalt auf der lebensbejahenden Ballade „Gerne am Leben“, die zugleich das Albumfinale einläutet. Als i-Tüpfelchen haben es sich Nicole und ihr Songwriter-Kollege Heinz Rudolf Kunze nicht nehmen lassen, ein wunderschönes Duett-Update zu dessen Klassiker „Dein ist mein ganzes Herz“ einzusingen: Hier mit Akustikgitarre, die sich bedeckt hält, und der ganzen Wucht, die erst zwei reifere Stimmen entfalten können…

Nachdem die junge Nicole schon mit ihrer allerersten Single „Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund“ ihren eigenen Höhenflug begonnen hatte (Platz 2 in den Charts!), wechselte die damals erst 17jährige Saarländerin 1982 endgültig auf die Überholspur, als sie mit „Ein bisschen Frieden“ den Titel beim Eurovision Song Contest für Deutschland holte. Die Single bescherte Nicole nicht nur im deutschsprachigen Raum Millionenverkäufe und reichlich Edelmetall, denn auch die holländische, spanische, französische, italienische, dänische, norwegische und nicht zuletzt die englische Variante von „Ein bisschen Frieden“ gingen allesamt durch die Decke: „A Little Peace“ schoss in Großbritannien ebenfalls auf die #1, und die junge Nicole durfte sogar bei Top of the Pops auftreten! Hinterher gab es obendrein auch noch Euro-Gold für die Single.

„So viele Lieder sind in mir“ hieß wenig später das dritte Album, dessen Titel sich ganz klar bewahrheiten sollte – es folgten seither, in gut 35 Jahren, immerhin zwei Dutzend weitere Longplayer, die ihr sage und schreibe 11 Goldene Stimmgabeln sowie insgesamt 17 Erstplatzierungen bei der ZDF-Hitparade bescheren sollten. Auf die Zweitplatzierung beim World Popular Song Festival in Tokio (1983) folgten zudem ein ECHO Pop in den Neunzigern, mehrfach die Goldene Europa (u.a. 2002) und erst 2017 ein smago! Award, nachdem alle fünf in diesem Jahrzehnt veröffentlichten Alben direkt in die deutschen Top-40 eingestiegen waren, die letzten beiden („Traumfänger“ und „12 Punkte“) sogar in die Top-20.

Bevor sie im kommenden Jahr ihr 40. Bühnenjubiläum zelebrieren wird, zeigt Nicole erst einmal, wie man es schafft, „doppelt lange jung“ zu bleiben – und auch so zu klingen: Auf dem neuen Album „50 ist das neue 25“ zeigt die Grand Dame des Popschlager ganz unterschiedliche Facetten und präsentiert sich dabei durchweg „als älteres, jedoch als heißes Eisen“.

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