Jan & Jascha: Exklusives Interview

Mit “Gute Reise” hat das aus Solingen stammende Duo Jan & Jascha viele Menschen berührt. Es ist schlicht gelungen wie sich die Beiden von einem Menschen für immer verabschieden. Eine liebevolle Melodie und ein Text, der die Worte findet, nach denen man sucht, wenn ein geliebter Mensch seine letzte Reise antritt.

Wir wollten die Interpreten, die diesen Song geschrieben haben, näher kennenlernen und euch vorstellen. Jan und Jascha können schnell viel mehr werden als nur ein Geheimtipp…

 

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https://www.youtube.com/watch?v=bmNbLC9LmG8

 

Gerade ist mit „Gute Reise“ der erste Vorbote aus eurem Debüt-Album erschienen. Ihr seid aber schon ein wenig länger am musizieren. Mögt ihr euren bisherigen Weg kurz zusammenfassen?

Jascha: Wir haben die gleiche Grundschule besucht und dort auch direkt angefangen Musik zu machen. Nach ein paar ersten Versuchen Songs bekannter Bands nachzuspielen haben wir schnell begonnen eigene Songs zu schreiben. Wir gründeten eine erste Band mit Freunden und haben immer mit wechselnden Bandmitgliedern unsere Songs geschrieben und gespielt. Vor ca 4 Jahren haben wir uns dafür entschieden, als Duo aufzutreten, also genauso wie wir damals in der Grundschule angefangen haben.

„Gute Reise“ handelt vom Tod, vom Verlust eines Menschen. Dieses Thema kann man wohl nur anfassen, wenn es jemanden konkret getroffen hat. Habe ich Recht?

Jascha: Gute Reise ist zu der Zeit entstanden als mein lieber Opa „Willi“ verstorben ist. Mein Opa war für mich immer ein Riesen Vorbild, sowohl menschlich als auch musikalisch. Ich habe als Kind viel Zeit mit ihm verbracht und er hat mir von seinen zum Teil schrecklichen Erlebnissen im zweiten Weltkrieg erzählt. Er kam in Gefangenschaft und hat sich mit Hilfe der Musik ein halbwegs erträgliches Leben verschafft. Gleich nach dem Krieg hat mein Opa in Lübeck in einer Tanzbar musiziert und wurde später in Solingen als Orchestermusiker angestellt. Ihn hat die Liebe zur Musik stets in seinem Leben begleitet und ihm auch in sehr schwierigen Lebensphasen immer den nötigen Halt gegeben. Jan und ich haben dann gemeinsam den Song geschrieben.

Wie tief ist eure Beziehung, dass ihr dieses Thema gemeinsam musikalisch umgesetzt habt?

Jan: Wir sind inzwischen seit 30 Jahren befreundet, also den Großteil unseres Lebens. Nach so einer langen Zeit lernt man natürlich auch die Familie des anderen sehr gut kennen. Da ist es eine ganz selbstverständliche Sache, dass wir auch so ein schwieriges Thema gemeinsam umsetzen.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=lJLyLVEgZK0

 

Zum Glück habt ihr schon weitere Songs, die man bei youtube findet, so dass man euch ein wenig besser einschätzen kann. „Heimat“ heißt ein Titel, ein Thema, das heute auch für jede Menge Diskussionen sorgt. Was verbindet ihr mit „Heimat“?

Jascha: Wir beide reisen unabhängig voneinander sehr gerne und haben auch gemeinsam interessante Reisen gemacht. Als Heimat empfinden wir den Ort, an den wir gerne zurückkommen. Wenn man nach einer Reise zu beeindruckenden Orten sagen kann: Ich freue mich auch zu Hause – Dann ist das sehr viel Wert und das ist es was wir mit dem Begriff Heimat verbinden.

 

Wird der Song auch auf eurem Album zu finden sein? Habt ihr keine Angst, dass man euch damit gleich einen politisch rechten Stempel aufdrückt?

Jan: Heimat wird auch auf unser Album kommen. Wir schreiben keine politischen Songs und der Text von „Heimat“ lässt es auch nicht zu, uns einen politischen Stempel aufzudrücken. Abgesehen davon haben wir eine positive und optimistische Einstellung zum Leben, Angst gehört nicht zu den Gefühlen, die unser Songwriting beeinflussen.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=vJPlbLmW2JI

 

Ihr Beide stammt aus Solingen. Das bergische Land ist bisher nicht unbedingt der musikalische Nabel der Welt. Wie ist die Sony auf euch aufmerksam geworden?

Jascha: Wenn man so lange und mit so viel Herzblut Musik macht, lernt man automatisch viele Menschen kennen. Die Art unserer Musik und die Tatsache, dass wir als Duo mit Livemusik auftreten hat einiges Interesse geweckt. Auch eine große Aktion, bei der wir viele Chöre aus unserer Heimatstadt dafür gewinnen konnten einen Song von und mit uns zu singen, hat gewisse Aufmerksamkeit erregt. So kommt das Eine zum Anderen und jetzt freuen wir uns darüber gemeinsam mit Sony unser Album veröffentlichen zu dürfen.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=ynNfwpxnsIU

Ein weiterer Song, den man sich bereits jetzt von euch anhören kann ich „Geschichte schreiben“. Auf diesem Titel ist deutlich zu lesen „Mein Herz schlägt Schlager“. Seht ihr euch als Schlagersänger?

Jan: Wir sehen uns einfach als Musiker. Musik unbedingt in Genres und Schubladen stecken zu müssen gefällt uns nicht besonders. Wir nehmen uns die Freiheit, die Songs zu schreiben die uns am Herzen liegen, die uns gefallen und wir wollen uns nicht selber irgendwelche Grenzen setzen müssen nur um gewisse Genre-Regeln einzuhalten. Wir sind froh, wenn Menschen unsere Songs mögen, egal welche Musikrichtung sie normalerweise hören. Der Kanal „Mein Herz schlägt Schlager“ hat uns angeboten unser Video zu „Geschichte schreiben“ zu veröffentlichen und das haben wir gerne angenommen.

In jedem Falle behauptet ihr ganz frech, dass ihr jetzt und hier Geschichte schreibt. Wie soll eure Geschichte sich fortsetzen?

Jan: Wir finden das gar nicht frech (lacht). In dem Song geht es ja nicht darum, sich in Geschichtsbücher einschreiben zu wollen, sondern darum seine ganz eigene Geschichte zu schreiben. Und das macht man am besten wenn man sich keine 5-Jahresplände macht wann man wo im Leben genau stehen möchte, sondern wenn man mehr aus dem Bauch heraus entscheidet. Wenn man sich unwohl fühlt in seiner Lebenssituation sollte man nicht an irgendwelche fixen Zielen festhalten und glauben das regelt sich von alleine, sondern viel mehr Zeit mit den Menschen und Dingen verbringen die einem wirklich gut tun. Dann erlebt man ganz von alleine schöne und erinnerungswürdige Momente und das ist es was wir als Geschichte schreiben bezeichnen. Und genauso hoffen wir, dass unsere Geschichte sich so fortsetzt wie sie angefangen hat, mit Musik, Freundschaft und vielen besonderen Erlebnissen.

Die drei Stücke, die wir jetzt genannt haben, versprechen, dass ihr es drauf habt, Geschichten zu erzählen. Was können wir von eurem Album erwarten?

Jascha: Unser Album wird „Liebes Leben“ heißen und die Songs erzählen von unserem Leben. Es geht um Kindheit, Freundschaft, Reisen, Liebe, Alter, vieles was wir erlebt haben, über was wir uns Gedanken gemacht haben und was uns bewegt hat, haben wir in diesen Songs verarbeitet. Auch musikalisch haben wir unseren Ideen freien Lauf gelassen und fast alle Instrumente selbst eingespielt. Wir hoffen, dass die Menschen an diesem Album genauso viel Freude finden, wie wir beim komponieren und spielen der Songs.

Wir sind sehr gespannt auf das, was da kommt. Vielleicht treffen wir uns mal in Solingen, dass ihr uns eure Stadt vorstellt und wir uns über euer Debütalbum unterhalten.

 

 

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