Freddy Quinn mit “Heimatlos” in den Song-Geschichten 267

Zum 88. Geburtstag des populärsten Sängers der 50er und 60er Jahre in Deutschland:

Freddy Quinn – Heimatlos

27. September 1931, Freddy Quinn kommt als Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl in Wien zur Welt. Diese Geschichte wurde zum 87. Geburtstag verfasst.

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https://www.youtube.com/watch?v=93qDSmDfA4Y

Wenn ein Künstler seinen 88. Geburtstag feiern kann, dann ist es möglich einen Hit zum Song des Tages auszuwählen, der bereits vor 61 Jahren erfolgreich war. „Heimatlos“ heißt einer der großen Hits des Jahres 1958. Der Schlager ist gleichzeitig Titel eines Films, in dem der vielseitige Künstler Freddy Quinn die Hauptrolle gespielt hat.

Vielleicht lässt diese Tatsache erahnen wie populär Freddy Quinn zu dieser Zeit gewesen ist: Die Bravo, die zu dieser Zeit gerade einmal zwei Jahre auf dem Markt war und eine der wenigen europäischen Zeitschriften war, die exklusive Interviews mit Elvis Presley geführt hat, behandelte Freddy Quinn gleichwertig mit dem King Of Rock’n’Roll. Schließlich war der Sänger, der in Hamburg sein Zuhause gefunden hatte, bei den ersten Otto-Wahlen erheblich erfolgreicher als alle anderen Sänger weltweit.

Seit seinem Hit „Heimweh“ aus dem Jahr 1956 war er der unangefochtene Publikumsliebling. Er besitzt mehr Goldene Ottos von der Bravo, Goldene Löwen von Radio Luxemburg und Goldene Schallplatten aus Deutschland als alle anderen Künstler der 50er, 60er und 70er Jahre. Für den Film „Heimatlos“ startete die Bravo eine mehrwöchige Biografie in der die Zeitschrift, die den Lesern bewusst machte, dass dieser Titel „Heimatlos“ für den als Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl in Wien geborenen Künstler eine große Bedeutung hatte.

Seine Kindheit war wie die aller in den 30er Jahren geborenen Kinder geprägt vom 2. Weltkrieg. Bei ihm verhielt es sich allerdings anders, denn seine Mutter war Österreicherin und sein Vater Italiener. Die Überschrift dieses biografischen Artikels in der Bravo lautete: „Freddy ohne Abenteuer – heimatlos“ und wesentlicher aussagekräftiger war die Zweitüberschrift: „Ohne Mutter in den USA“ und „Ohne Vater in Wien“.

Um den Kriegswirren zu entfliehen, wanderte sein Vater mit dem 8-jährigen Frederico (so wurde er von seinem italienischen Vater genannt) in die Vereinigten Staaten aus. Die Sehnsucht nach der Mutter wurde durch die vielen neuen Eindrücke unterdrückt. Er konnte problemlos zur Schule gehen, er fand schnell Freunde und es herrschte Frieden in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Nach Deutsch und Italienisch lernte er schnell auch Englisch und sprach als Grundschüler bereits drei Sprachen fließend.

Ausführlich wird in dem Bravo-Artikel die Rückkehr zur Mutter, die vom Gericht das Sorgerecht erhielt, beschrieben. Anders als alle Biografien es ausdrücken, ist Freddy Quinn bereits 15 Jahre alt, als er mit einem Truppentransporter zurück nach Europa musste.

Es folgten wilde Teenager-Zeiten bei der Mutter, die nur eines zum Ziel hatten, zurückzukehren zum Vater. Bis er in Hamburg ein neues Zuhause finden sollte, war er mit einem Wanderzirkus unterwegs, diente in der Fremdenlegion und lernte Gitarre spielen und schaffte es, sich als Barsänger durchzuschlagen.

Dieser Barsänger wurde in der Hamburger Washington-Bar von Regisseur Jürgen Roland entdeckt, der ihn mit dem Journalisten und Gastgeber der populären regionalen TV-Show „Die aktuelle Schaubude“ zusammen brachte. Schnell fand er in diesen Kreisen die Freunde, die ihm bis zum heutigen Tag etwas bedeuten. In einem Interview, das ich mit dem Sänger während seiner 90er Jahre-Tournee geführt habe, nannte er mir Bert Kaempfert als seinen wichtigsten Freund innerhalb der Musikbranche. Für Freddy Quinn hatte dieser „Spanish Eyes“ geschrieben und eine internationale Karriere gepant.

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https://www.youtube.com/watch?v=1k0rL-x-AFM

Durch ihn lernte er Anfang der 60er Jahre die Beatles kennen, als er bereits ein gefeierter Star war und die Liverpooler Jungs noch ganz am Anfang ihrer Karriere standen. Mit leuchtenden Augen erzählte er mir von einer späteren Begegnung mit Paul McCartney, der ihn vor einer großen Journalisten-Menge wie einen alten Freund begrüßte. Für den berühmten Beatle ist Freddy Quinn ein Stück Hamburg, genau wie für die meisten von uns. Es hat lange gedauert, aber an der Elbe hat er sein Zuhause gefunden und ist seither nicht mehr „Heimatlos“.

Happy Birthday, Freddy Quinn!

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