Tommy James & The Shondells im Song des Tages 316

Vor 50 Jahren stand eine Band aus den Vereinigten Staaten überall ganz vorn in den Charts

Tommy James & The Shondells – Crimson & Clover

10. April 1969, “Crimson & Clover” steht auf Platz 1 in der aktuellen “Bravo-Musicbox”.
29. April 1947, Tommy James kommt in Dayton, Ohio, USA

 

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https://www.youtube.com/watch?v=B2fI3-f1IbE

 

Seit dem Überraschungserfolg von „Hanky Panky“, der ersten Single von Tommy James & The Shondells, die gleich eine Nummer 1 in den Vereinigten Staaten wurde, lief es perfekt für die Band. Sie landeten einen Hit nach dem anderen und zwischendurch auch immer wieder einen Hit ganz oben in den Top 10 der Charts. 1967 war es „I Think We’re Alone Now“ und 1968 „Mony Mony“, der es sogar an die Spitze der britischen Charts schaffte. Das war schon so etwas wie ein Ritterschlag aus dem Land des Beats, der Musik die in den 60er Jahren die Welt bestimmte.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=uCeCHe5sH2w

 

Sie waren eine der wenigen amerikanischen Beat-Bands, die neben den unzähligen britischen Bands Erfolge feiern konnte. Nach dem großen Erfolg von „Mony Mony“ wollte Tommy James einen eigenen Sound entwickeln, der nicht nur für das kurzlebige Single-Geschäft geeignet war, sondern so perfektioniert werden sollte, dass aus der Band mit den vielen Hits, eine Band werden sollte, von der man sich eine Langspielplatte leistet. Es sah bereits Ende der 60er Jahre so aus, dass die Zeit der Langspielplatte angebrochen schien. Die Beatles, die Rolling Stones und auch die Beach Boys hatten bewiesen, dass die jungen Leute durchaus in der Lage sind, sich eine – doch sehr teure – Langspielplatte zu leisten.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=pkMgs3lFwkQ

 

Bands mit einer erfolgreichen Langspielplatte sind auch in der Lage, gute Konzerte zu geben. Tommy James lag mit seiner Einschätzung genau richtig. Aufgrund der fortgeschrittenen Technik, die sich insbesondere dadurch zeigte, dass die Tonbandmaschinen Ende der 60er Jahre immer größer wurden. „Crimson And Clover“ war letztendlich eine der ersten Aufnahmen, die mit einer 16-Spur-Maschine aufgenommen wurde.

Die großen Hits von Tommy James & The Shondells stammten in der Regel von Bo Gentry und Ritchie Cordell. Die Band entschloss sich, den neuen Weg ohne fremde Hilfe zu gehen und verzichtete auf die Unterstützung des Erfolgsteams. Der erste eigene Titel, der die Richtung für die kommende Zeit vorgeben sollte war „Crimson And Clover“. Tommy James kombinierte einfach seine Lieblingsfarbe, Purpur (Crimson) mit einer seiner Lieblingspflanzen im eigenen Garten, dem Klee (Clover).

Mit dieser Idee jammte er zunächst mit dem Bassisten Mike Vale. Den entstandenen Song verwarfen die Beiden allerdings kurze Zeit später wieder. So setzte Tommy James die Arbeit mit dem Schlagzeuger Peter Lucia Jr. fort. Die war bedeutend fruchtbarer. Das im Song immer wiederkehrende „Crimson And Clover“ war dem Schlagzeuger bei einem Highschool Football-Spiel eingefallen. Die Mannschaft aus seiner Heimatstadt Morristown in New York wurde in seiner Phantasie „Crimson“ und Gegner Hopacong mit den grüner Trikots zu „Clover“.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=Y-GktjUaMLA

 

Noch waren die beiden Songwriter mit dem Ergebnis nicht zufrieden, so dass sie einen bereits fertig gestellten Song, „Do Something To Me“, der Plattenfirma als nächste Single gaben. Wie es bei Neuveröffentlichungen üblich ist, hatte Tommy James einige Promotion-Termine abzuwickeln. Natürlich kam das Gespräch auch auf die aktuellen Projekte. Schon sprach Tommy James mit einer unbeschreiblichen Euphorie von „Crimson And Clover“. Die DJs wären schlechte Radioleute, wenn sie nicht nach dem Interview mehr von dem Song wissen wollten. Schließlich überredeten sie Tommy James, ihnen den Song einfach einmal vorzuspielen. Was der Sänger nicht wusste, war, dass die Radioleute diesen kleinen Auftritt aufzeichneten.

Beim Verabschieden baten er und sein Promoter die Leute vom Sender noch Stillschweigen zu bewahren, denn das, was sie gerade zu hören bekamen, entsprach noch nicht dem Endprodukt. Die DJs wussten sofort, was sie da für einen Schatz eingefangen hatten und präsentierten im November „World Exclusive“ den neuen Song von Tommy James & The Shondells. Wie es sich für einen Schatz gehört, wurden die Zuhörer ebenfalls davon überzeugt, dass sie gerade einen ganz besonderen Song zu hören bekommen haben.

Zunächst bat Schallplattenboss Morris Levy den Radiosender inständig, die Aufnahme nicht weiter einzusetzen. Doch als er mitbekam wie euphorisch die Hörer auf „Crimson & Clover“ reagierten änderte er seine Meinung. Die Reaktion der Hörer war unglaublich. Nun durfte die Plattenfirma keine Zeit mehr verlieren. Das Weihnachtsgeschäft stand vor der Tür und die Menschen verlangten nach dem neuen Sound von Tommy James & The Shondells.

„Wenn die Hörer das, was sie gehört haben lieben, dann sollen sie auch diesen Sound bekommen“, verbot er Tommy James weiter an dem Song zu feilen und forderte ihn auf, diesen sofort aufzunehmen. “Crimson and Clover” wurde noch im November 1968 in etwa fünf Stunden fertiggestellt. Tommy James spielte die meisten Instrumente selbst, während Mike Vale Bass und Peter Lucia Jr. Schlagzeug spielte. Der Song enthält einen Tremolo-Effekt auf der Gitarre, der so eingestellt ist, dass er im Rhythmus des Songs vibriert. Gegen Ende der Aufnahme hatte die Band die Idee, den Tremolo-Effekt mit Gesang zu nutzen. Um dies zu erreichen, wurde das Sprachmikrofon an einen Ampeg-Gitarrenverstärker angeschlossen, wobei das Tremolo eingeschaltet war, und der Ausgang des Verstärkers wurde aufgenommen, während Tommy James “Crimson und Klee immer und immer” sang.

Das Ergebnis kennen wir alle. Der Song wurde Anfang Dezember veröffentlicht und stieg am 14. Dezember in die US-Charts ein. Viele Teenager wünschten sich diesen Hit unter dem Tannenbaum. Im Februar war „Crimson And Clover“ Spitzenreiter der US-Charts. Zwischenzeitlich eroberte der Song auch ganz langsam Europa. Es dauerte etwas länger, da er – warum auch immer – in England nicht veröffentlicht wurde. In Deutschland schafften es Tommy James & The Shondells auf Platz 2 der Charts, einzig Peter Alexander mit „Liebesleid“ hinderte die Amerikaner daran, auch in den deutschen Charts die Führung zu übernehmen. In den Bravo Charts, heute vor 50 Jahren, stand der neue Sound von Tommy James ganz oben.

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