Scott McKenzie im Song des Tages 130

Der Hit der Flower-Power Zeit kam natürlich aus Kalifornien…

Scott McKenzie – “San Francisco ((Be Sure) To Wear Some Flowers In Your Hair)”

5. Mai 1967, “San Francisco” wird in den USA veröffentlicht.

10. Januar 1939, der Geburtstag von Scott McKenzie

 

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https://www.youtube.com/watch?v=bch1_Ep5M1s

 

Wenn wir von den Hippies erzählen und nach einer passenden Musik suchen sollen, werden bestimmt ein großer Teil auf Scott McKenzie und sein “San Francisco (Be Sure To Wear Flowers In Your Hair)” kommen. Es war der richtige Song zum passenden Zeitpunkt. In den USA schätzt man diesen Song, dennoch ist er nur einer von vielen Song, die für Aufbruch und Jugend des Jahres 1967 stehen. Auf der gleichen Stufe stehen dort „R.E.S.P.E.C.T.“, „Light My Fire“ oder „White Rabbit“. In England hingegen beschränkt sich der “Summer Of Love” auf „San Francisco“.

Ob dieser Sommer denn auch wirklich in Deutschland stattgefunden hat? Es wird wohl einen Grund haben, dass man in Deutschland nur von der 68er Generation spricht. Vielleicht liegt auch die Erklärung darin, dass „San Francisco“ erst am 1. September in die deutschen Charts einstieg, in der Schweiz wurde erst Anfang 1968 erfolgreich.

Der Song selbst wurde zum ersten Mal am 5. Mai 1967 in den USA veröffentlicht. Er wurde veröffentlicht als „San Francisco (To Wear Flowerss In Your Hair)“ auf dem jungen Label ODE. Das wurde eine Woche später geändert in „San Francisco (Be Sure To Wear Flowers in Your Hair)“, was auch durchaus logischer klingt.

Der Song klingt nicht nur wie ein Werbesong für die Stadt, sondern ist es in einer Sicht auch, denn die Stadt San Francisco wollte sich gegen die Dominanz von Los Angeles in Sachen Popkultur auflehnen. In der Stadt wuchs seit 1965 eine ganz eigene Szene heran, die ganz eigene Ideen, die damals sehr fremd, heute aber sehr vertraut klingen, entwickelten. In San Francisco gab es eine kleine aber feine Ökologie, die aus Kulturschaffenden, auflebenden Ballsälen, Gemeinschaftsläden und Selbstversorgern bestand. Auch Versuche mit psychedelischen Drogen war fester Bestandteil dieser Zeit und dieser Stadt. Es gab eine Art Goldrausch in der Szene, die mit Drogen und Musik eine neue Freiheit als Ziel hatte.

Höhepunkt dieser Bewegung sollte das Monterey Pop Festival im Juni 1967 werden, zu dem sich Big Brother & The Holding Company mit ihrer Sängerin Janis Joplin, Jefferson Airplane sowie zwei Attraktionen aus Großbritanniern angesagt hatten: The Who und zum ersten Male in den USA Jimi Hedrix Experience.

Der große Förderer dieses Festivals stammte aus Los Angeles, was der beschriebenen Szene San Franziskos eher sauer aufstieß. Als er dann auch noch John Phillips von den Mamas & Papas mit der Komposition einer Hymne für dieses Festival beauftragt hatte, war die Ablehnung des Songs bereits vorprogrammiert, denn die Mama & Papas stehen nicht nur für Kalifornien, sondern ganz besonders für Los Angeles. Eine solche regionale Abneigung der Städte können wohl am ehesten Kölner und Düsseldorfer nachvollziehen. Sie ist da und wird doch ohne jeden Hass ausgetragen.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=ENrmULWKbeM

 

Diese Differenzen führten wohl auch dazu, dass diesen Song der Freund von John Phillips, ein bis dahin unbekannter Sänger namens Scott McKenzie, singen durfte, sollte oder musste. Er wird es nicht bedauert haben, denn trotz der regionalen Differnzen wurde “San Francisco” ein großer Hit in den USA. Er stieg bis auf Platz 4 der US-Charts und kam wenig später in Europa auf den Markt. In Großbritannien wurde es die Hymne der Hippis, die Hymne der Liebe, die Hymne des „Summer Of Love“. Viele andere Länder folgten diesem Beispiel. Auch in Deutschland und Österreich landete Scott Mc Kenzie auf Platz 1. Außerdem ging Scott McKenzie bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2012 mit den Mamas & Papas überall auf der Welt auf Tournee. So war er nicht der typische Sänger eines One Hit Wonders, sondern fester Bestandteil dieser kalifornischen Band.

“San Francisco” ist und bleibt der Song für alle Blumenkinder, die in unregelmäßigen Abständen immer wieder in Mode geraten sind und auch in Zukunft noch in Mode geraten werden, denn er klingt nach genau dem, was die damalige Szene mit Drogen und Musik gesucht hat, nach Freitheit. Andere drücken es noch besser aus: Es ist einer der schönsten Songs einer Zeit, in der Liebe unglaublich einfach und bunt war.

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