Queen im Song des Tages 154

Eine ungewöhnliche Geschichte über

“We Are The Champions” von der Gruppe Queen

29. Mai 1992, Schüler wollten die größten sein.
19. Juli 1947, Brian May kommt in Hampton, Middlesex, England, zur Welt.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=KXw8CRapg7k

 

Das war ein Schock für die Schüler der 8. Klasse der Sacred Heart School in Clifton, einer kleinen Stadt im Bundesstaat New Jersey in den USA. Diese hatte gerade erfahren, dass der Schulleiter ihren Song, den sie sich für ihre Abschlusszeremonie ausgesucht hatte, verboten hat. Er äußerte sich besorgt darüber, dass sich die Schüler zu sehr mit Freddie Mercury identifizieren könnten. Der Sänger der Gruppe Queen war vor einem halben Jahr an Aids verstorben. Für den Leiter einer ausgesprochen konservativen, streng katholisch geführten Schule wäre es ein großer Skandal. Das lässt sich nicht mit den Werten, die diese Schule vertritt vereinbaren.

Dabei war es ein total harmloser Grund, dass man sich für „We Are The Champions“ entschieden hat. Wie wohl alle Jugendlichen 1992 waren auch alle Schüler der Sacred Heart Schule Riesenfans von „Wayne’s World“, dem Film in dem es um das Leben von Wayne Campbell und Garth Algar geht. Zwei Jugendliche, die im lokalen Kabelfernsehen die Show „Wayne’s World“ aus ihrem Keller in Aurora in Illinois, führten ein Leben wie die meisten Jugendlichen in Kleinstädten. Ein Leben ohne große Vorkommnisse, aber mit großen Träumen, die sie in dieser Show umsetzten. In ihrer Show geht es größtenteils um die Bewunderung schöner, berühmter Frauen, Gitarre und Schlagzeug spielen sowie lokale Gäste zu interviewen. Sie wohnen noch bei ihren Eltern und hören den ganzen Tag Musik.

So kommt es, dass ganz Amerika die Headbanging-Einlage zu Queens „Bohemian Rhapsody“ abfeiert. Was wiederum dazu führt, dass die Plattenfirma sich dazu entschließt, den Song erneut als Single zu veröffentlichen. „Bohemian Rhapsody“ schafft es sogar bis auf Platz 2 der US-Charts, obwohl der Song bereits 17 Jahre alt war. Genau so eine Einlage sollte Teil der Abschlussfeier werden und in die traditionelle Aufführung eingebaut werden.

Nun war dieses Highlight ihrer Abschlussfeier der mittelalterlichen Einstellung des Schulleiters zum Opfer gefallen. Aber so schnell wollten sich die Schüler nicht geschlagen geben und überlegten, wie sie auf sich aufmerksam machen konnten. Eine der Aktionen war es sich „We Are The Champions“ bei einem regionalen Sender zu wünschen. Was heißt zu wünschen, sie wollten den Sender regelrecht mit den Wünschen nach „We Are The Champions“ überschwämmen. Das sollte soweit gehen, dass der Song sogar wieder in die Charts einstieg.

Der Sender reagierte auf die Flut an Wünschen und berichten über die Vorkommnisse in der Schule. Das führte zu einem Interview mit dem zuständigen Pastor mit der Associated Press. Dieser verteidigte die Haltung des Schulleiters und erklärte: „Die moralische Werte der Schule erlauben keinen Song wie „We Are The Champions“. Wenn die Schüler “I Am Popeye The Sailor Man“ singen wollten, wäre es ebenso unangemessen auf einer Abschlussfeier mit hohen religiösen Werten. Das hat in beiden Fällen nichts mit dem Lebensstils des Autors des jeweiligen Songs zu tun.“

Die Schüler geben sich mit dieser Auskunft nicht zufrieden und nehmen Kontakt zur Aktivisten-Gruppe AIDS-UP auf, um sie für Proteste auf dem Campus der High School zu gewinnen.Wenig später fand eine Protestveranstaltung statt, bei der zwei Aktivisten sofort von den wartenden Polizisten verhaftet wurden. Es blieb die Hoffnung, den lokalen Radiosender mit weiteren Wünschen von „We Are The Champions“ zu bombardieren. Plötzlich wurde die Geschichte der Schüler in ganz Amerika zum Thema und inspirierte die Plattenfirma diesen Song zusammen mit „We Will Rock You“ auf der Rückseite erneut als Single zu veröffentlichen.

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https://www.youtube.com/watch?v=-tJYN-eG1zk

Der Song wurde kein Top 10-Hit, brachte es aber immerhin auf Platz 52, was für alle Schüler der Sacred Heart School ein großer Erfolg war. Die Abschlussklasse feierte noch einen zweiten Erfolg: Sie sagten die offizielle Abschlussfeier ab und feierten ausschließlich miteinander. Dabei sangen sie ausgelassen und immer wieder „We Are The Champions“.

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