Millie mit “My Boy Lollipop” in den Song-Geschichten 275

Wir erinnern an die im Mai verstorbene Sängerin Millie Small. Sie kam heute vor 76 Jahren als Millicent Dolly May Small in Clarendon, Jamaika, zur Welt. Ihr großer Hit stammt aus dem Jahr 1964:

Millie – My Boy Lollipop

Barbie Gaye, Maggie Mae und Bad Manners mit weiteren Versionen des Songs.

5. Mai 2020, Millie Small stirbt im Alter von 73 Jahren in London, Großbritannien.
6. Oktober 1946, Millie wird als Millicent Dolly May Small in Clarendon, Jamaika, geboren.

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https://youtu.be/HH35A5C5sZ4


Dieses Lied strotzt vor Frohsinn. „My Boy Lollypop“ (in der Original-Version wurde er mit „Y“ geschrieben) war im Ursprung ein Song, der 1956 von der amerikanischen Sängerin Barbie Gaye gesungen wurde und der neben einer monotonen Klavierbegleitung noch ein beachtenswertes Saxophon-Solo aufzuweisen hatte. Der swingende Gassenhauer wurde kein großartiger Hit, lässt sich dennoch gut anhören.

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https://www.youtube.com/watch?v=bTK-U7f8pgg


1959 gründete der britische Plattenproduzent Chris Blackwell das Island-Label. Sein Bruder Robert arbeitete in dem Unternehmen, das die Musik aus der britischen Kolonie Jamaika in England etablieren sollte. Als A&R Manager (= Artist und Repertoir) entdeckte er die 17-jährige Sängerin Millicent Small, die als Millie Small einen Hit in ihrer Heimat aufzuweisen hatte. Er holte sie und ihren Gitarristen Ernest Ranglin zum Island Label und überzeugte die britische Plattenfirma Fontana Records, die Sängerin mit der drolligen Stimme unter Vertrag zu nehmen. So erschien 1962 die erste Single „Don’t You Know“ mit Millie Small auf dem Island-Label.

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https://www.youtube.com/watch?v=VF24qm9FdP8


Auch, wenn es kein großer Hit wurde, so konnte das Label seinen Firmensitz von Jamaika nach London verlegen. Als zweites wurde dann der Song „My Boy Lollipop“ ausgegraben und ihm der Rhythmus der Karibik verpasst. Das Saxophon-Solo wurde durch ein für Jamaika typisches Harmonika-Solo ersetzt. Für viele ist dieses Lied der erste Reggae-Song, der es nach Europa geschafft hat, für andere der Beginn der Ska-Musik. Alle, die nicht jeden Song bis ins letzte Detail sezieren, sehen diesen Song als allerbeste Erinnerung an den Sommer 1964 und den Sommerhit, der Millie Small zum Star werden ließ. Sie nahm den Song auch auf Deutsch auf.

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https://www.youtube.com/watch?v=8KXJ8ERUyn0


Obwohl es der Musiker Pete Hogman mehrfach beschworen hat, dass er das Harmonika-Solo für „My Boy Lollipop“ gespielt hat, hält sich seit Jahrzehnten das Gerücht in Großbritannien, dass es der junge Schotte Rod Stewart gewesen sein soll, der auf Millie Smalls großem Hit, der sich sieben Millionen mal verkaufte, die Mundharmonika gespielt hat.

Der Hit wanderte um die Welt, war aber der einzig wirklich große für Millie Small. Weitere kleine Erfolge konnte sie noch in den britischen Charts mit Songs wie “Chicken Feed” oder “Killer Joe” landen. In London fand sie dadurch ein neues Zuhause.

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https://www.youtube.com/watch?v=_P5QZiASKZs
“Chicken Feed” stammt aus dem Jahr 1967.
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https://www.youtube.com/watch?v=LNawiKkyCTQ
Aus dem selben Jahr stammt “Killer Joe”.


In Deutschland war dieser Song dann der Start für einen anderen Sonnenschein, der möglicherweise sogar durch den Auftritt von Millie in Ilja Richters “Disco ’73” beeinflusst wurde.

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https://youtu.be/HiuPND4W6KM


Andrea Cosima Carle nannte sich Maggie Mae und tauchte im Juli 1974 in der ZDF-Hitparade unter den Neuvorschlägern auf. Im September wurde sie auf Platz 5 gewählt und stürmte im Oktober auf den ersten Platz. Die Version der ansteckend fröhlichen Sängerin wurde zu einem der Sommerhits 1974.

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https://www.youtube.com/watch?v=ruxo0TY9s3U


Diese Geschichte hätte genug, um einen eigenen Song des Tages daraus zu machen. Das gilt auch für das folgendeComeback des Lieds. In der Version der Ska-Band Bad Manners wurde es 1982 zu “My Girl Lollipop”. Alle vier Versionen haben eines gemeinsam. Sie wurden interpretiert von Frohnaturen und sind es wert, immer mal wieder aufgelegt zu werden, denn sie beweisen wie kaum ein anderer Titel, dass gute Laune der 50er, 60er, 70er und auch 80er Jahre nicht weit voneinander entfernt liegen. Vielleicht wird der Track auch im neuen Jahrhundert noch einmal wiederentdeckt werden und für beste Laune sorgen.

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https://youtu.be/J_N1qQZL550

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