Manfred Mann im Song des Tages 312

Mit einem Bob Dylan Titel ganz oben in den Charts

Manfred Mann mit “The Mighty Quinn”

01. März 1944, der Geburtstag von Mike D’Abo

02. März 1968, “Mighty Quinn” steigt in die deutschen Charts ein.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=-qoyWU_EDDU

 

Manfred Mann gründete zusammen mit seinem Freund Mike Hugg zunächst die Mike Hugg Blues Band, während in Liverpool eine musikalische Revolution begann. Dieser Musik wollte sich die Band um die beiden Gründer auch öffnen und waren gezwungen „den Blues“ aus dem Namen der Gruppe zu streichen. Gemeinsam mit Sänger Paul Jones, Gitarrist Tom McGuinnes und dem deutschen Bassisten Klaus Voormann beschlossen die Mitglieder, keine halben Sachen zu machen, sondern einfach den Namen des 2. Gründers als Bandnamen auszuwählen. Die Begeisterung von Keyboarder Manfred Mann soll sich Berichten zu Folge in Grenzen gehalten haben.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=F3JPTzHpUHc

 

In dieser Besetzung landete die Band ab 1964 regelmäßig Hits in den Charts wie „Doh Wah Diddy Diddy“, „Pretty Flamingo“ oder „Semi-Detached, Suburban Mr. James “. Dann entscheidet sich Sänger Paul Jones, die Band zu verlassen, um eine Solo-Karriere zu starten. Als Ersatz standen Rod Stewart und Mike d’Abo zur Wahl. Die Band entschied sich für Mike D’Abo, da sie sich mit ihm die Fortsetzung der Band im bisherigen Stil besser vorstellen konnten. Das bedeutete, dass die Band neben den Hits, sich auch nach wie vor mit ihrer Musik, dem Blues beschäftigte. Mit Mike D’Abo landete die Band auch gleich einen weiteren Hit mit “Ha! Ha! Said the Clown”. Als dritte Variante neben Hits und Blues entdeckte die Band die Songs von Bob Dylan und interpretierte sie auf ihre Art.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=3RkUP9Ox1p8

 

Ein finanzieller Engpass zwang Bob Dylan 1967 seine neuen Songs, die er gerade geschrieben hatte, befreundeten Musikern anzubieten. So durften sich auch die Mitglieder von Manfred Mann die neuen Songs anhören. Mike D’Abo erinnerte sich an dieses Vorspielen der neuen Songs ganz genau: „Wir haben uns in einem Verlagshaus getroffen, als Bob Dylan anderen Künstlern neues Material zur Verfügung stellte. Wir haben 10 von den neuen Liedern gehört und ich dachte, “This Wheel’s On Fire” (den Song nahmen wenig später Brian Auger und Julie Driscol erfolgreich auf) wäre das, was am besten zu uns passen würde. Doch Manfred mochte „The Mighty Quinn“, der damals im Original “Quinn The Eskimo” hieß. Die Interpretation von Bob Dylan war so monoton, dass ich selbst das Potential nicht erkannt habe. Doch Manfred hatte erkannt, dass dieser Song alle Voraussetzungen für einen Hit erfüllte. Ganz ehrlich musste ich den Song lernen, als wenn wir einen Song in einer fremden Sprache aufnehmen.

Ich konnte die Worte von Bob Dylan wirklich nicht verstehen und musste sie mir phonetisch merken. Immer wieder habe ich darauf gewartet, dass etwas aufregendes passieren müsste, wenn der starke Quinn kommt. Doch ich weiß bis heute nicht, wer der große Quinn ist und warum er ein Eskimo sein musste.“

Diese künstlerische Freiheit nahm sich Bob Dylan in seinen Songs generell gerne und erwartete von seinem Publikum, dass es die Songs selbst interpretieren musste. Mal ergaben sie einen tiefen Sinn, mal keinen oder man hatte diesen Sinn nicht erkannt und blieb auf der Suche. Bei diesem Song spielt es auch keine Rolle, denn die Version von Manfred Mann wurde ein Knüller. Das sahen auch die Fans so. Es wurde der erste große Hit mit dem neuen Sänger. „Mighty Quinn“ landete in England auf Platz 1, auch in Deutschland schoss der Song an die Spitze der Charts. In fast allen europäischen Ländern waren Manfred Mann mit „Mighty Quinn“ in den Top 10 zu finden. Selbst in den Vereinigten Staaten wartete man nicht bis Bob Dylan seine Version des Songs herausbringen würde, sondern begeisterte sich für die erste offizielle Version des Hits.

 

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https://youtu.be/IVuYpydCFCc

 

Als dann endlich eine Version von „The Mighty Quinn“ auf dem sehr umstrittenen Bob Dylan-Album „Self Portrait“ aus dem Jahr 1970 erschien, nahm man diese Version kaum zur Kenntnis. Bob Dylan sang diesen Song auch erst in diesem Jahrhundert in seinen Konzerten. Aber ganz ehrlich, bei ihm fehlt auch heute noch der Pfiff, während die Interpretation von Manfred Mann sich weiterhin großer Beliebtheit erfreut. Es gibt kaum einen Oldies- oder Rocksender, der den Song nicht regelmäßig im Einsatz hat. Wie bei erfolgreichen Songs üblich, wird der Song auch regelmäßig von anderen Interpreten gecovert.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=xcDc2S3-KqE

 

Die erfolgreichste Version lieferte Manfred Mann selbst. Der Musiker, der mit seiner Earthband zu den erfolgreichen Rockbands der 70er Jahre zählte, landete mit der Live-Version mehr als nur einen Achtungserfolg in den weltweiten Charts. Mit dieser Band ist der Namensgeber und Gründer bis heute regelmäßig auf Tourneen. Unvorstellbar, dass er diesen Song auf einem Konzert auslassen würde. Das würde ihm sein Publikum wohl auch nicht verzeihen.

PS.: Ein ganz lieber Gruss geht in diesem Zusammenhang nach Twistringen an den “Mighty Quinn”, den die ganze Redaktion sehr gern hat.

 

 

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