France Gall im Song des Tages 113

France Gall – “Ella, elle l’a”

18. April 1988, “Ella, elle l’a” steht auf Platz 1 der deutschen Charts

7. Januar 2018, der Todestag von France Gall

 

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https://www.youtube.com/watch?v=lgHGU8gqz9U

Als am 7. Januar vergangenen Jahres die Nachricht kam, dass France Gall verstorben ist, lief ihre große Karriere bei vielen von uns noch einmal im Schnelldurchlauf ab:

In Frankreich war sie längst ein Teenie-Idol und Top Star als sie 1965 für Luxemburg zum Grand Prix de la Chanson nach Neapel geschickt wurde. Damals wählten noch Fachjurys der teilnehmenden Länder den Siegertitel. Diese waren von der 18-jährigen Französin und dem Titel von Serge Gainsbourg begeistert, was zur Folge hatte, dass „Poupée de cire, poupée de son“ vor Kathy Kirby, Udo Jürgens und Bobby Solo auf Platz 1 landete.

Von diesem Augenblick an schwärmte auch das restliche Europa von der Französin. In Deutschland nahm sie mehrere Titel in Deutsch auf und etablierte sich zu einem Schlagerliebling im Nachbarland. Glücklich war sie mit den immer schwächer werdenden Titeln nicht, so dass sie sich zum Leidwesen der Schlagerfans wieder ganz auf ihre Karriere in ihrer Heimat konzentrierte. Hier durfte sie ihrem Alter entsprechend auch immer anspruchsvollere Titel aufnehmen. Und wenn das Glück, dann so langsam einzieht, dann kommt es oft von allen Seiten.

1974 bot ihr der Produzent Michel Berger an, einen gemeinsamen Titel aufzunehmen. Aus dem einen Lied ist ein gemeinsames Leben geworden. Bereits bei der ersten Aufnahme soll es ordentlich geknistert haben. France Gall hatte ihr komplettes Glück gefunden, privat und auch musikalisch. Keiner verstand es so perfekt, der jungen Frau Titel auf den Leib zu schreiben wie Michel Berger. Beide heirateten und vergrößerten die Familie um zwei Kinder, Pauline Isabelle und Raphaël Michel. So ganz nebenbei landete das Ehepaar einen Hit nach dem anderen in Frankreich.

Im Gefühl des unendlichen Glücks fließen auch die Ideen. So verfasste Michel Berger eine Hommage an die von beiden Künstlern hoch geschätzte Jazz-Sängerin Ella Fitzgerald. Dabei gelang es dem Komponisten und Texter mit „Ella elle l’a“, was wörtlich übersetzt „Ella sie hat es“ bedeutet, ein Wortspiel zu kreieren, bei dem das “sie hat es” genau so ausgesprochen wird wie der Vorname der Jazz-Sängerin.

In den einzelnen Strophen wird ihre Geschichte erzählt ohne einmal ihren Namen zu nennen und im Refrain wird dann lobgehudelt was das Zeug hält: „Ella, sie hat’s, dieses gewisse Etwas, das die anderen nicht haben, das uns in einen wunderbaren Zustand versetzt… Sie hat dieses winzige Mehr an Seele, diesen unbeschreibbaren Charme, dieses kleine Feuer.

France Gall selbst war von der Komposition ihres Mannes sehr angetan, ihre Fans und viele Fans der angehimmelten Jazz-Sängerin nicht weniger. Schnell stürmte der Song auf Platz 1 der französischen Charts, was dazu führte, dass auch in Deutschland viele Redakteure an die sympathische Sängerin aus Frankreich erinnert wurden. Auch wenn hier nur wenige die Wortspiele verstanden haben, liebten sie den Song und die Stimme ihrer Jugend. Aber nicht nur die Teenies der 60er Jahre, auch viele junge Leute konnten sich für „Ella, elle l’a“ begeistern. Am 18. April 1988, heute vor 30 Jahren stürmte France Gall an die Chartspitze der deutschen Verkaufscharts. Etwas, was ihr zuvor nicht gelungen war.

Für uns ist es heute ein guter Grund, an eine großartige Sängerin zu erinnern, die wir sehr vermissen.

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