Danyel Gerard mit “Butterfly” in den Song-Geschichten 78

Heute vor 50 Jahren wurde die deutschsprachige Version von “Butterfly” in Deutschland veröffentlicht. Es sollte noch bis April dauern, bis der Song auch endlich in den Charts auftauchte. Den Weg des “Hits des Jahres 1971” werden wir in den nächsten Monaten weiter begleiten.

Danyel Gerard – Butterfly

26. Januar 1971, die deutschsprachige Version von “Butterfly” wird veröffentlicht.
7. März 1939, der Geburtstag von Danyel Gerard.
9. März 1948, der Geburtstag von Jean Frankfurter.
26. April 1971, Danyel Gerard steigt mit “Butterfly” in die Deutschen Charts ein. Die französische und deutsche Version wird gemeinsam gewertet.
3. Juli 1971, Ilja Richter hat Danyel Gerard mit “Butterfly” zu Gast in der “Disco”
17. Juli 1971, Dieter Thomas Heck stellt den Sommerhit des Jahres in seiner Hitparade vor.
16. Oktober 1971, Dreimal dabei und darf nicht wiedergewählt werden – zweimal wählten ihn die Zuschauer in der ZDF-Hitparade auf Platz 1

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https://youtu.be/3h45chJIp2A


Gérard Daniel Kherlakian wurde am 7. März 1939 in Paris geboren und wuchs in Brasilien auf. Der Sohn eines armenischen Vaters und einer in Westindien geborenen Mutter, die mit italienischen Wurzeln auf Korsika aufgewachsen war, hatte ein sehr behütetes Elternhaus und eine einfach schöne Kindheit. Nun wäre es logisch, dass er als ein technisch perfekter Fußballer aus Südamerika nach Frankreich zurückgekehrt ist. Ihm fehlte wohl, ähnlich wie den meisten von uns, Lust und Leidenschaft oder auch nur der nötige Fleiß für die Karriere zum Spitzensportler. Gerard war auch eher der musische Typ Junge.

Sein Kindheitstraum war es, Schauspieler zu werden, denn seine große Leidenschaft war das Kino. Seine Mutter unterstütze ihren Sohn, indem sie ihm die Möglichkeit verschaffte, Gitarrenunterricht zu nehmen. Und das nicht irgendwo, sondern bei Nino Ferrer, einem über Frankreichs Grenzen hinaus bekannten Musiker. Seine Fans, meist selbst Musiker, nannten diesen Lehrer gern „die unbekannte Berühmtheit“, obwohl Hits wie „Le Telephone“ oder „Agatha“ auch in Deutschland eine kleine Hörerschaft fanden.

Mit dieser Beziehung und auch großem Talent spielte er schon als junger Mann im Orchester von Claude Luther. Dieses Orchester spielte mit dem Gitarristen Gérard Daniel Kherlakian Filmmusik für die legendäre Filmreihe “Don Camillo und Peppone“ ein. Er war beim Film gelandet und musste diese Karriere auch gleich wieder unterbrechen, denn die staatsbürgerliche Pflicht in Form vom Militär rief. Er wurde im Algerienkrieg eingesetzt.

Zurück von der Front unterzeichnete er einen Plattenvertrag bei der Polydor und arbeitet als Komponist und Autor für verschiedene Künstler wie Dalida oder Richard Anthony. Damit gehörte er “dazu” und bewegte sich mitten im Treiben der französischen Musikszene, die sich gerade in Richtung Rock’n’Roll bewegte. Als allererstes benötigte er einen Künstlernamen, der französisch klingt und im Ohr bleibt. So wurde aus Gérard Daniel Kherlakian ganz einfach Danyel Gérard. Schnell hatte er auch einen ersten eigenen Hit „Petit Gonzales“. Das war natürlich die französische Version des Pat Boone Hit „Speedy Gonzales“.

Mit seiner Version des Kalin Twins-Hits „When“ landete er seinen zweiten Hit in der Heimat. Diese Popularität bescherte ihm auch gleich eine Rolle in einem Musikfilm. Dort sang er den Titel „Sammy“. Danyel Gerard ging auf Tourneen und war einer der Stars der späten 50er und frühen 60er Jahre in Frankreich. Außerdem komponierte er weiter fleißig für viele Kollegen und begann parallel dazu Filmmusik zu schreiben.

Als gestandener Singer-Songwriter brachte er 1968 den Titel “Hélas trois fois hélas“ heraus. Es war zwischenzeitlich die 29. Single des französischen Sängers, die ihr euch an dieser Stelle unbedingt anhören solltet.

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https://www.youtube.com/watch?v=yb7BpOzIJ8Y

Der Song, komponiert vom Sänger selbst zusammen mit Vline Buggy, wurde kein großer Hit und fand nur wenig Beachtung. Auf seinem Album „Atmosphère“ nahm er diesen Titel mit kleinen Textänderungen erneut auf. In jedem Falle bekam der Song einen neuen Namen, den man überall auf der Welt verstand „Butterfly“. In vielen Ländern ein Kosename für „sein Mädchen“, in anderen Länder eher die Bezeichnung für ein Mädchen, das jeder haben kann bzw. die wie ein Schmetterling von einem Liebhaber zum anderen fliegt.

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https://www.youtube.com/watch?v=OZUatvqLrfo

Das Album „Atmosphère“ schaffte sogar den Sprung in die deutsche Album-Hitparade. So wurde der junge Texter Ben Juri, der mit bürgerlichem Namen Erich Ließmann heißt, auf das Lied aufmerksam. Heute nennt er sich Jean Frankfurter und ist einer der erfolgreichsten Komponisten und Produzenten der deutschen Schlagerszene (Produzent von Helene Fischer, Michelle u.v.a.). Ihn begeisterte „Butterfly“ so sehr, dass er ihm nicht nur einen deutschen Text verpasste, sondern sich auch mit aller Kraft für diesen Titel als Singleauskopplung bei der in seiner Nachbarschaft befindlichen Plattenfirma CBS einsetzte.

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https://www.youtube.com/watch?v=NS4oPninSb8

In Deutschland erscheint die Single „Butterfly / Wer ich bin“ am 26. Januar 1971 parallel mit der französischen Fassung “Butterfly / Le petit ours en pluche” auf dem deutschen Markt. Viele Musikredakteure in den deutschen Rundfunkanstalten bissen auf den „Schmetterling“ an und nahmen ihn in ihr Programm auf. Das war dann auch der Startschuss für die internationale Karriere des Songs: Im Februar kam „Butterfly“ endlich auch in Frankreich und Belgien als Single auf den Markt.

Insgesamt verkaufte sich die Single über 13 Millionen mal. Die vielen Erfolge werden wir bestimmt noch einmal mit einem anderen Datum aufarbeiten, denn „Butterfly“ wurde in der RTL- Serie „Die ultimative Chartshow“ zur erfolgreichsten Single der vergangenen 30 Jahre gekürt (Sendetermin: 21. Mai 2003).

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https://www.youtube.com/watch?v=btQc754KpSQ

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