Bob Dylan im Song des Tages 149

Erzählt wird die Geschichte von Rubin “Hurricane” Carter, einem Boxer, der 12 Jahre im Gefängnis gesessen …

Bob Dylan – Hurricane

24. Mai 1941, der Geburtstag von Bob Dylan.
25. Januar 1976, Bob Dylan steht mit seinem Album “Desire” an der Spitze der US-Charts.

 

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https://www.youtube.com/watch?v=gGMSfiH850o

 

„The Night Of The Hurricane“ hieß ein Konzert im Dezember 1975, das von zwei der berühmtesten Amerikanern veranstaltet wurde: Mohammad Ali und Bob Dylan. Zunächst begann auch dieser Abend wie 31 weitere in den davor liegenden 6 Wochen, das Programm der „Rolling Thunder Tour“ mit der Bob Dylan und seine Band, die von keinem geringeren als David Bowie Intimus Mick Ronson angeführt wurde, quer durchs Land gezogen waren.

Der Madison Square Garden in New York war für dieses besondere Zusatzkonzert mit 20.000 Zuschauern auf die Schnelle ausverkauft. Mit seinem damals aktuellen Album „Desire“ und der dazugehörigen Single „Hurricane“ war Bob Dylan wieder ganz oben. „Hurricane“ war auch der Grund dafür, dass Gäste wie Roger McGuinn und Joan Baez das Konzert zu etwas Besonderem hatten werden lassen. Auch unter die Zuschauer mischten sich viele Prominente aus Politik, Schauspiel und Sport.

„Hurricane“ hatte Bob Dylan wenige Wochen zuvor seine gerade fertig gestellte und veröffentlichte Biografie „Die 16. Runde“ zukommen lassen. Diese hatte Rubin „Hurricane“ Carter im Gefängnis geschrieben. Der ehemalige Boxer wurde zu dreimal Lebenslänglich verurteilt und hatte bereits 12 Jahre – wie er immer wieder beteuerte – zu unrecht abgesessen.

Es ging in diesem Falle nicht darum, zu klären, ob der Verurteilte Mörder die Tat begangen hat, sondern, wie mit ihm verfahren wurde. Keiner der Beweise war definitiv unzweifelhaft. Die Kronzeugen waren zwei kriminelle Weiße, die ihre Aussagen erst sehr spät gemacht hatten, sie dann aber widerriefen, um sie wenig später doch wieder zu bestätigen. Der Angeklagte und sein Freund, der ebenfalls angeklagt war, waren Farbige, die gesamte Jury des Verfahrens bestand aus Weißen.

Erst durch Bob Dylan und seinen Song „Hurricane“ erfuhr die Öffentlichkeit von diesem zweifelhaften Verfahren. Es gab noch eine weitere „Night Of The Hurricane“, um die finanziellen Voraussetzungen zu schaffen, das Verfahren wieder aufrollen zu lassen. Damit nicht genug: Nach zahlreichen Gerichtsverfahren zur Wiederaufnahme des Verfahrens, wurde 1976 in einem zweiten Prozess das erste Urteil bestätigt. Weitere neun Jahre später, im Jahr 1985 erfolgte doch noch der Freispruch, nachdem das Bundesgericht festgestellt hatte, dass „grobe Verfahrensverstöße“ vorlagen. Darauf ließ die Staatsanwaltschaft die Anklage fallen.

Rubin Carter verbrachte seinen Lebensabend in Toronto, Kanada, wo er sich mit aller Kraft für die „Association in Defense of the Wrongfully Convicted“ einsetzte, die sich um zu Unrecht Verurteilte kümmert. Er starb 2014 an Krebs im Alter von 77 Jahren, von denen er 19 Jahre im Gefängnis verbracht hat.

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