Audrey Hepburn mit “Moon River” in den Song-Geschichten 324

Mit “Moon River” erinnern wir an einen der größten Erfolge des Songwriters Johnny Mercers, der heute vor 110 Jahren zur Welt kam.

Audrey Hepburn – Moon River

Henry Mancini – Moon River

18. November 1909, Songwriter John Mercer wird in Savannah, Georgia, USA, geboren.

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Als die Produktionsfirma zusammen mit dem Autor des Buches Truman Capoty für die Verfilmung von “Frühstück bei Tiffany” eine Hauptdarstellerin für Holly Golightly war Marilyn Monroe für den Autor erste Wahl. Diese folgte allerdings dem Rat ihres Managers, nicht die Rolle einer Prostituierten zu übernehmen, weil er starke Imageverluste befürchtete. So entschied man sich für die “Notlösung” Audrey Hepburn, was sicher niemand der Verantwortlichen später bereut haben wird.

Ein Hauptgrund für die erste Wahl war, dass Audrey Hepburn nicht zu den großen Sängerinnen der Schauspielzunft zählte. Deshalb überlegte man bei der Filmgesellschaft Paramount bereits frühzeitig, den Gesangspart synchronisieren zu lassen. . Man beauftragte den Komponisten und Orchesterleiter Henry Mancini sowie den Texter Johnny Mercer mit der Musik zum Film.

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https://www.youtube.com/watch?v=5Bko-Sz8HV0

Henry Mancini setzte sich als Ziel, dass Audrey Hepburn den Gesang für den Titelsong selbst übernehmen könnte. Er sah sich die Schauspielerin an, wie sie im Film “Funny Face” “How Long Has This Been Going On” sang, und komponierte ein Stück, das ihrer Veranlagung gerecht wurde.

In einem Interview mit dem Magazin “Disc” verriet er seine Vorgehensweise: “Ich gehe davon aus, dass ich in den nächsten zwei Jahren mit ‘Moon River’ rund 100.000 US – Dollar verdient habe. Die Komposition dauerte ungefähr 30 Minuten. Holly Golightly, der Star des Frühstücks bei Tiffany, und ich mussten die Einschränkungen von Audrey Hepburns Stimme berücksichtigen. Ich verfasste das ganze Lied auf einer einfachen Gitarrenbasis, obwohl die Gitarre während der Nummer nicht viel zu hören ist.”

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So einfach ist es also einen Welthit zu komponieren. Die Komposition mit dem Arbeitstitel “Blue River” schickte er an den Texter Johnny Mercer. Dieser von den 30er bis in die 50er Jahre erfolgreiche Jazz-Musiker, der ab 1935 auch Stücke für zahlreiche Hollywood-Filme schrieb, wurde bereits zweimal mit dem “Oscar” für den “Song des Jahres” ausgezeichnet. 1945 für den Judy Garland gesungenen Song „On the Atchison, Topeka and the Santa Fe“, den er mit Harry Warren für dem Film “Harvey Girls” geschrieben hatte und 1951 für “In the Cool, Cool, Cool of the Evening” aus dem Film “Hochzeitsparade”. Den von Jane Wyman and Bing Crosby gesungenen Titel schrieb er zusammen mit Hoagy Carmichael.

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Der Auftrag für “Frühstück bei Tiffany” kam dem Texter gerade Recht, denn seit der Jazz an Popularität verlor und der Rock’n’Roll aufblühte sah es für ihn ein wenig schlecht aus mit Aufträgen.

Johnny Mercer fand heraus, dass bereits ein Song mit dem Titel “Blue River” existierte und wählte so “Moon River”, einen realen Fluss, den er nur zu gut kannte. Schließlich hatte er, der in Savannah, Georgia, aufgewachsen ist einen direkten Blick aus seinem Zimmer auf den Fluss, der von den Einheimischen nur Black River genannt wurde. Aufgrund des späteren Erfolges des Songs wurde der Black River von der Regierung in Georgia offiziell in Moon River umbenannt.

Es halten sich Gerüchte, dass es der Song fast nicht in den Film geschafft hätte. Nach einer Vorschau entschied das Studio, dass das Drehbuch zu lang sei und wollte die Kult-Szene zerschneiden. Paramount-Präsident Marty Rackin drückte es unverblümt aus: “Nun, das Ficklied muss gehen.” Als der Präsident seinen Entschluss Audrey Hepburn mitteilte, dass er das Lied schneiden würde, rief sie angeblich: “Nur über meine Leiche!”

Ginny, die Witwe von Henry Mancini, erinnerte sich in einem BBC-Interview: “Ich habe gesehen, wie Henry blass wurde. Wir waren alle fassungslos, total fassungslos. Wir schwiegen für ein oder zwei Minuten und dann gab es eine Menge Gründe, warum es im Film bleiben sollte und Schnitte sollten in anderen Bereichen gemacht werden. “

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So schwer die Geburt des Filmes war, so erfolgreich wurde er. Neben Audrey Hepburn, die durch diesen Film zum Kult-Star wurde, war es vor allem die Musik des Films, die den Erfolg des Films sogar noch übertraf. Henry Mancini erhielt sowohl einen Oscar für die beste Filmmusik als auch für den besten Filmsong des Jahres. Diesen Preis für “Moon River” teilte er sich gern mit Johnny Mercer. Ein Jahr später wurde das Komponisten-Paar noch einmal für “Days Of Wine And Roses” mit einem Oscar ausgezeichnet. “Moon River” wurde auch bei der Grammy-Verleihung mit drei Awards geehrt: Für die Schallplatte des Jahres, den Song des Jahres und das beste Arrangement.

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Wer nun glaubt, dass die Version von Audrey Hepburn zu dieser Zeit auch die Charts stürmte, müssen wir enttäuschen. Die Version von Audrey Hepburn wurde nicht einmal auf dem offiziellen Soundtrack zum Film veröffentlicht. Stattdessen produzierte Henry Mancini eine Albumversion, die es in die bis auf Platz 11 in den US-Charts schaffte. Mit seiner Instrumentalfassung schaffte es Henry Mancini auch in die deutschen Charts.

Henry Mancini äußerte sich nie darüber, warum die Version von Audrey Hepburn nicht auf dem Album erschien. Er kommentierte seinen Hit immer nur mit den Worten: „’Moon River wurde für Audrey Hepburn geschrieben. Niemand sonst hat es je so gut verstanden dieses Lied zu interpretieren. Es gibt mehr als tausend Versionen davon, aber ihre ist zweifellos die beste!”

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Neben der Version von Henry Mancine schaffte es in den Vereinigten Staaten noch Jerry Buttler mit seiner Version in die Charts. Für den britischen Markt wurde der südafrikanische Sänger Danny Williams ausgewählt. Dieser weigerte sich zunächst den Song zu singen, da ihm der Text von Johnny Mercer zu kitschig und unsinnig erschien. Als er sich allerdings den Film angesehen hatte, war er sofort bereit, den Song zu aufzunehmen. Er wird es nicht bereut haben. Es wurde ein Nummer 1 Hit in England.

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Andy Williams nahm den Song etwas später in sein Repertoire auf. Er musste feststellen, dass sein Publikum “Moon River” liebte. So wählte er die Ballade zum Titelsong seiner TV-Show. In seiner Version wurde der Song in den Vereinigten Staaten zu einem zeitlosen Hit. Andy Williams besaß viele Jahre das Moon River Theatre in Branson, Missouri, das er nach seinem großen Hit nannte.

Erst 32 Jahre nach der Filmpremiere, kurz nach dem Tod von Audrey Hepburn, wurde auch endlich eine Version des Originals auf Tonträger veröffentlicht. Man findet Audrey Hepburns “Moon River” auf dem Album „Music from the Films of Audrey Hepburn“.

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